Maria und Ziegelstein hatten eine andere Art von Gespräch.
„Du bist der Schnellste", sagte Maria. „Das muss einsam sein."
Ziegelstein schaute sie überrascht an. „Warum?"
„Weil du alles in Zeitlupe siehst. Weil du immer wartest, dass die anderen aufholen. Weil die Welt für dich immer langsamer ist als für alle anderen."
Ziegelstein schwieg einen Moment. Er schaute auf seine Hände, dann aus dem Fenster, dann wieder auf Maria. „Ja", sagte er dann. „Manchmal schon. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich in einem anderen Tempo leben als alle anderen. Als wäre ich immer schon da, bevor die anderen ankommen."
„Wie gehst du damit um?"
„Ich erinnere mich daran, warum ich schnell bin. Nicht um vor anderen zu sein. Sondern um für andere da zu sein." Er schaute auf seine Hände. „Wenn ich schnell bin, kann ich jemanden retten, bevor er fällt. Ich kann zwischen dem Moment des Fallens und dem Aufprall sein. Das ist der Punkt. Nicht die Geschwindigkeit selbst — sondern was man damit macht."
Maria lächelte. „In unserer Welt haben wir keine Superkräfte. Aber wir haben dasselbe Prinzip."
„Wie meint ihr das?"
„Wir sind füreinander schnell. Wenn jemand fällt, sind wir da. Nicht weil wir Superkräfte haben, sondern weil wir aufpassen. Weil wir uns gegenseitig beobachten und wissen, wann jemand Hilfe braucht."
Ziegelstein nickte langsam. „Das ist besser als Superschnelligkeit."
„Nein", sagte Maria. „Es ist dasselbe. Nur ohne Superkräfte."
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