Die Stille, die auf den dumpfen Aufprall folgte, war unerträglich. Sie hing schwer und bleiern in der kalten, feuchten Luft der Lagerhalle. Horst, Paul und Maria standen wie erstarrt am Eingang, unfähig, sich zu bewegen, unfähig zu atmen. Die Polizisten des Sondereinsatzkommandos, Profis, die für solche Situationen ausgebildet waren, stürmten mit gezogenen Waffen und starken Taschenlampen in die Dunkelheit. Ihre Lichtkegel tanzten nervös über die rostigen Regale und den schmutzigen Boden und suchten nach dem Ursprung des Geräuschs.
Sie fanden die schwankende Hebebühne und die tiefe, dunkle Wartungsgrube darunter. Vorsichtig leuchteten sie hinab. Das Bild, das sich ihnen bot, war grausam und endgültig. Am Boden der Grube, in einer wachsenden Lache aus Regenwasser und Blut, lagen zwei Körper, unentwirrbar ineinander verkeilt. Nick Lustig, das Monster mit dem vernarbten Gesicht, war offensichtlich tot. Sein Körper war von dem Sturz und dem Gewicht Jasons zerschmettert worden. Und auf ihm, ihn immer noch in einer letzten, tödlichen Umarmung haltend, lag Jason. Aus seinem Rücken ragte der Griff des Messers. Seine Augen waren geschlossen, sein Gesicht war friedlich, fast als würde er lächeln.
Horst brach durch die Absperrung der Polizei und rannte zur Grube. Als er hinabsah, entfuhr ihm ein Schrei, der nicht menschlich klang. Es war der Schrei einer Seele, die in zwei gerissen wurde. Er wollte hinabspringen, zu seinem Freund, aber Paul und zwei Beamte hielten ihn mit aller Kraft zurück. Er wehrte sich, schlug um sich, schrie den Namen seines Freundes immer und immer wieder in die kalte, gleichgültige Nacht. Maria war neben ihm zusammengebrochen, ihr Weinen war ein leises, herzzerreißendes Wimmern.
Der Preis für den Frieden war unermesslich hoch. Sie hatten gewonnen, das Monster war besiegt, aber der Sieg schmeckte nach Asche. Sie hatten nicht nur einen Freund verloren. Sie hatten einen Bruder verloren. Jason, der Hitzkopf, der loyale, unerschütterliche Wachhund, hatte das ultimative Opfer gebracht. Er hatte sein Leben gegeben, um das seines Freundes zu retten, um den endlosen Kreislauf des Hasses zu durchbrechen.
Als die Sanitäter Jasons leblosen Körper aus der Grube bargen und ihn mit einem weißen Tuch bedeckten, legte sich eine heilige Stille über den gesamten Einsatzort. Selbst die hartgesottenen Polizisten nahmen ihre Helme ab. In dieser Nacht gab es keine Gewinner, nur Verlierer. Der Krieg war vorbei, aber die tiefste Wunde war erst noch geschlagen worden. Eine Wunde, die niemals wirklich heilen würde.