Kapitel 38: Leons Heilung

Leon, Horsts Sohn, hatte am meisten gelitten. Er war gehirngewaschen worden, hatte gegen seinen eigenen Vater gearbeitet, hatte Informationen gesammelt, die fast zu Horsts Tod geführt hätten. Die Schuldgefühle waren überwältigend.

Horst verbrachte jede freie Minute mit Leon, versuchte, die Bindung wiederherzustellen, die Nick zerstört hatte. Sie sprachen über alles, über die Vergangenheit, über die Gegenwart, über die Zukunft. Horst versicherte Leon immer wieder, dass er ihm vergeben hatte, dass er ihn liebte, dass nichts das ändern konnte.

Aber Leon konnte sich selbst nicht vergeben. Er sah die Narben auf Horsts Körper, die Müdigkeit in seinen Augen, die Angst, die er versuchte zu verbergen. Und er wusste, dass er dafür verantwortlich war.

Eines Tages brach Leon zusammen, Tränen strömten über sein Gesicht. „Ich habe dich fast getötet, Papa. Ich habe dir wehgetan. Wie kannst du mir verzeihen?" Horst zog ihn in eine Umarmung, hielt ihn fest. „Weil du mein Sohn bist. Weil ich dich liebe. Und weil ich weiß, dass du nicht du selbst warst."

Leon klammerte sich an ihn, weinte, ließ all die Schmerzen, all die Schuldgefühle heraus. Und Horst hielt ihn, tröstete ihn, liebte ihn. Und langsam begann Leon zu heilen. Die Wunden würden nie ganz verschwinden, aber sie würden verblassen. Und eines Tages würde er in der Lage sein, sich selbst zu vergeben.

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