Kapitel 26: Die Falle

Die Polizeiwache, die Paul ausgewählt hatte, sah normal aus. Sauber, beleuchtet, mit Beamten in Uniform, die geschäftig wirkten. Paul hatte seine Hausaufgaben gemacht. Er hatte den leitenden Beamten, Kommissar Weber, überprüft. Keine Verbindungen zu Nick, keine verdächtigen Transaktionen, eine tadellose Dienstakte.

Was Paul nicht wusste, war, dass Kommissar Weber vor drei Wochen eine sehr interessante Summe auf einem Konto erhalten hatte, das auf den Namen seiner Schwester lief.

Die Gruppe betrat die Wache. Paul trug einen Ordner mit Dokumenten, Jason hatte einen USB-Stick mit digitalen Beweisen, Horst hatte eine Liste mit Zeugen. Sie wurden in ein Besprechungszimmer geführt, wo Kommissar Weber auf sie wartete.

Das Gespräch verlief zunächst gut. Weber hörte zu, nickte, stellte Fragen. Er wirkte professionell und aufmerksam.

Dann, nach etwa zwanzig Minuten, stand er auf und sagte: „Ich muss kurz telefonieren. Einen Moment bitte."

Er verließ den Raum.

Jason sah Paul an. Paul sah Jason an.

Fünf Minuten später kamen vier Beamte in das Zimmer. Nicht zum Gespräch. Mit Handschellen.

„Kaiser Horst, Jason, Paul, Maria, Leon", sagte einer der Beamten. „Sie sind verhaftet wegen Verdachts auf Behinderung der Justiz, Verleumdung und Körperverletzung."

„Was?", sagte Horst.

„Das ist lächerlich", sagte Jason.

„Kommen Sie bitte mit", sagte der Beamte.

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