Kapitel 36: Leons Wut

Leon konnte nicht schlafen. Er lag auf einer Matratze auf dem Boden und starrte an die Decke. Neben ihm schlief Jason, dessen Schnarchen ein seltsam beruhigendes Geräusch war.

Leon dachte an seine Mutter. Isabella. Im Gefängnis. Hatte sie von seiner Verhaftung gewusst? Hatte sie Nick geholfen, ihn einzusperren?

Er dachte an Tobias, den er nicht kannte, aber der Alex' Cousin war und der sich Nick angeschlossen hatte. Er dachte an Jessy und ihr Video, das er gesehen hatte und das ihn wütend gemacht hatte, nicht weil es über Horst war, sondern weil es so unehrlich war.

Er dachte an Nick Lustig und spürte eine Wut, die tiefer war als alles, was er je gefühlt hatte. Nick hatte ihn einmal gehirngewaschen. Nick hatte ihn gegen seinen Vater eingesetzt. Nick hatte ihm die Kindheit gestohlen, die er hätte haben können, wenn dieser Mann nicht in ihr Leben getreten wäre.

Leon schloss die Augen und ballte die Fäuste.

Diesmal würde er kämpfen. Nicht als Werkzeug, nicht als Opfer. Als er selbst.

---