Band 2 · Staffel 1 · Teil 61.889 Wörter · ~10 Min.

Teil 6: Nick ist frei

Nick entkommt aus dem Gefängnis. Die neue Bedrohung beginnt.

Teil 6 von 6 · ~10 Minuten Lesezeit

Band 2 – Staffel 1: Staffel 1: Die Rückkehr des Bösen

Teil 6: Der große Kampf

Kapitel 22: Der Plan

Paul hatte zwei Stunden, um den Plan zu entwickeln, und er nutzte jede Minute davon. Er

analysierte das Lagerhaus, fand Baupläne im Stadtarchiv, identifizierte Eingänge und

Ausgänge, kartierte die Umgebung. Paluten half ihm, die Strategie zu entwickeln, und

Monte und Speed, die nicht entführt worden waren, halfen mit der technischen Analyse.

'Das Lagerhaus hat vier Eingänge', sagte Paul, als er fertig war. Er hatte eine Karte auf den

Tisch gelegt, handgezeichnet aber präzise. 'Haupteingang vorne, Liefereingang hinten, zwei

Notausgänge an den Seiten. Die Notausgänge sind wahrscheinlich gesichert, aber nicht so

stark wie der Haupteingang.'

'Wie viele Menschen hat Nick drinnen?', fragte Jason.

'Ich weiß es nicht genau. Mindestens Tobias, Stich, Erdnusszicke, Lilith, Sandra und Nick

selbst. Dazu vielleicht weitere Helfer.' Paul schaute auf die Karte. 'Wir müssen davon

ausgehen, dass wir zahlenmäßig unterlegen sind.'

'Wir haben Ronaldo, Haaland, Messi, Neymar und Suárez', sagte Jason. 'Das gleicht einiges

aus.'

'Und wir haben das Element der Überraschung', sagte Paluten. 'Sie erwarten uns, aber sie

wissen nicht, wann wir kommen und von wo.'

Messi schaute auf die Karte. 'Zwei Gruppen', sagte er. 'Eine vorne, eine hinten. Gleichzeitig.'

'Genau', sagte Paluten. 'Gruppe eins: Jason, Haaland, Neymar, Suárez. Haupteingang. Laut,

auffällig, zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Gruppe zwei: Messi, ich, Monte, Speed.

Liefereingang hinten. Leise, schnell.'

'Und ich?', fragte Dr. Wagner.

'Du rufst die Polizei', sagte Paluten. 'Sobald wir drin sind, rufst du sie an. Wir brauchen sie

als Backup, auch wenn sie zu spät kommen.'

'Und ich gehe mit Gruppe eins', sagte Jason.

'Natürlich', sagte Paluten.

Kapitel 23: Das Lagerhaus

Das Lagerhaus lag in einem Industriegebiet am Stadtrand, umgeben von anderen

Lagerhäusern, von denen die meisten verlassen oder kaum genutzt wurden. Es war dunkel,

als sie ankamen, kurz nach Mitternacht, und die einzigen Lichter kamen aus dem Inneren

des Lagerhauses, durch schmale Fenster hoch oben an den Wänden.

Jason und seine Gruppe näherten sich dem Haupteingang. Haaland war groß und breit und

bewegte sich mit einer Energie, die man spüren konnte. Neymar war leise und flink, er

bewegte sich wie jemand, der gewohnt war, Gegnern auszuweichen. Suárez war

konzentriert, sein Blick scharf, seine Kiefer zusammengepresst.

Messi und seine Gruppe näherten sich dem Liefereingang von der anderen Seite. Messi

bewegte sich lautlos, mit der Präzision, die ihn auf dem Fußballfeld zur Legende gemacht

hatte. Paluten folgte ihm, Monte und Speed dahinter.

Das Signal war ein kurzes Vibrieren auf dem Handy. Gleichzeitig.

Jason trat gegen die Haupttür. Sie gab nach, nicht weil sie schwach war, sondern weil

Haaland gleichzeitig dagegen drückte, und Haaland war sehr stark. Die Tür flog auf.

Im Inneren des Lagerhauses war es hell. Zu hell. Scheinwerfer, die auf die Eingänge

gerichtet waren.

'Sie haben auf uns gewartet', sagte Jason.

'Natürlich', sagte eine Stimme.

Lilith stand in der Mitte des Lagerhauses. Sie hatte ihren Laptop in der Hand, und auf dem

Bildschirm konnte Horst, der an einer Wand saß und gefesselt war, sehen, dass sie das

gesamte Sicherheitssystem des Lagerhauses kontrollierte. Neben ihr standen Tobias, Stich,

Erdnusszicke und Sandra. Und an der Wand, neben Horst, saßen Luca, Knossi, Alex, Monte,

Speed und Ronaldo, alle gefesselt, alle wach.

'Willkommen', sagte Lilith. Ihre Stimme war ruhig, fast freundlich. 'Ich habe euch erwartet.'

Kapitel 24: Der Kampf

Was folgte, war kein geordneter Kampf. Es war Chaos, aber es war das Chaos von

Menschen, die wussten, was sie taten.

Haaland bewegte sich als Erster. Er war groß und schnell, und er bewegte sich auf Tobias

zu, der am nächsten stand. Tobias war kein schlechter Kämpfer, aber er war kein Haaland.

Der Norweger packte ihn, drehte ihn, und Tobias landete auf dem Boden mit einem

Aufprall, der das ganze Lagerhaus erschütterte.

Ronaldo, der gefesselt gewesen war, hatte die Fesseln bereits gelöst, irgendwann in den

vergangenen Stunden, geduldig und still. Als der Kampf begann, stand er auf und war sofort

dabei. Er bewegte sich mit der Eleganz und Geschwindigkeit, die ihn auf dem Fußballfeld

zur Legende gemacht hatten, aber hier schoss er keine Tore, sondern entwaffnete Gegner,

mit Präzision und Kontrolle.

Neymar war wendig und kreativ. Er wich Angriffen aus, die andere getroffen hätten, mit

Bewegungen, die an seine Dribblings auf dem Platz erinnerten. Stich versuchte, ihn zu

fassen, und scheiterte dreimal, bevor er aufgab.

Suárez kämpfte verbissen und zielstrebig. Er hatte Erdnusszicke im Visier und ließ ihn nicht

aus den Augen, bewegte sich auf ihn zu mit einer Entschlossenheit, die einschüchternd war.

Erdnusszicke, der immer für Geld gearbeitet hatte und nie wirklich loyal gewesen war,

schaute sich um, sah, wie der Kampf sich entwickelte, und entschied sich für den

einfachsten Ausweg: Er warf die Hände hoch.

Messi hatte die Gefangenen befreit. Er war durch den Liefereingang gekommen, hatte die

Wachen überwältigt, die dort postiert gewesen waren, und hatte dann schnell und ruhig die

Fesseln gelöst. Luca, Knossi, Alex, Monte und Speed standen auf, taumelnd, aber wach.

Alex sah Tobias auf dem Boden, von Haaland festgehalten, und blieb stehen. Die beiden

Cousins schauten sich an, und es war ein Moment, der schwerer war als alles andere in

dieser Nacht.

'Tobias', sagte Alex.

Tobias schaute ihn an. In seinem Blick war immer noch der Hass, aber darunter war etwas

anderes, etwas Erschöpfteres. 'Alex', sagte er.

'Warum?', fragte Alex. Nur das eine Wort.

Tobias schwieg einen langen Moment. Dann sagte er: 'Du weißt warum.'

'Nein', sagte Alex. 'Ich weiß es nicht. Ich habe es nie verstanden.'

Tobias schaute weg. Haaland hielt ihn fest, und er ließ es geschehen.

Kapitel 25: Nick

Lilith hatte sich nicht am Kampf beteiligt. Sie stand in der Mitte des Lagerhauses und

beobachtete, ihr Laptop noch in der Hand, ihr Gesicht ausdruckslos. Als Horst, der sich aus

seinen Fesseln befreit hatte, auf sie zuging, wich sie zurück.

'Lilith', sagte Horst.

'Horst', sagte sie.

'Wo ist Nick?'

Sie schaute ihn an, und zum ersten Mal seit dem Parkhaus sah er etwas in ihrem Blick, das

er nicht erwartet hatte. Nicht Angst, nicht Unsicherheit. Etwas Berechnenderes. Sie wog ab.

Dann sagte sie: 'Hinter dir.'

Horst drehte sich um.

Nick Lustig stand am anderen Ende des Lagerhauses. Er war durch eine Tür gekommen, die

Horst nicht bemerkt hatte, eine Tür, die in der Wand verborgen gewesen war. Er trug dunkle

Kleidung, und sein Gesicht, halb vernarbt, halb glatt, war ruhig.

'Horst', sagte Nick.

'Nick', sagte Horst.

Die anderen hatten aufgehört zu kämpfen. Nicht weil der Kampf vorbei war, sondern weil

alle gespürt hatten, dass dieser Moment wichtiger war. Jason stand hinter Horst, Haaland

neben ihm, Ronaldo auf der anderen Seite. Messi, Neymar, Suárez, Paluten, alle standen

und schauten.

Nick schaute sich um. Er sah Tobias auf dem Boden, Stich und Erdnusszicke, die

aufgegeben hatten, Sandra, die an der Wand stand und weinte. Er sah die Übermacht.

'Ich habe dich unterschätzt', sagte er. 'Das war mein Fehler.'

'Du hast viele Fehler gemacht', sagte Horst.

'Ja.' Nick nickte, ohne Ironie. 'Aber dieser war der größte: Ich habe gedacht, dass ich

gewinne, wenn du verlierst. Das ist kein Nullsummenspiel.'

Horst schaute ihn an. 'Was ist es dann?'

Nick schwieg einen Moment. Dann sagte er: 'Das weiß ich noch nicht.' Er schaute zur Seite,

zu Lilith. Etwas Unausgesprochenes zwischen ihnen. Dann schaute er zurück zu Horst.

'Noch ist es nicht so weit.'

Er bewegte sich. Schnell, sehr schnell, in eine Richtung, die niemand erwartet hatte. Nicht

zur Tür, durch die er gekommen war. Zur Seite, zu einer anderen Wand, die sich öffnete,

eine weitere verborgene Tür. Lilith war gleichzeitig in Bewegung, ihr Laptop unter dem Arm,

ihre Schritte schnell und lautlos.

Haaland reagierte sofort und lief auf Nick zu, aber Nick war durch die Tür, bevor er ihn

erreichte. Neymar versuchte, Lilith zu fassen, aber sie war zu schnell, zu wendig, und dann

war auch sie durch die Tür.

Die Tür schloss sich.

Draußen, auf der Straße, hörten sie ein Auto starten und davonfahren.

Kapitel 26: Danach

Die Polizei kam zwanzig Minuten später. Dr. Wagner hatte sie gerufen, wie geplant, und sie

kamen mit mehreren Fahrzeugen und Beamten, die das Lagerhaus absicherten und die

Verbliebenen in Gewahrsam nahmen.

Tobias wurde verhaftet. Er wehrte sich nicht. Als die Handschellen angelegt wurden,

schaute er noch einmal zu Alex, und Alex schaute zurück, und es war ein Blick, der viele

Dinge enthielt, die keine Worte hatten.

Stich und Erdnusszicke wurden verhaftet. Erdnusszicke redete sofort, bot Informationen

an, wollte einen Deal. Stich schwieg.

Sandra wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen. Als die Beamten sie abführten, schaute

sie Horst an. 'Es tut mir leid', sagte sie, und ihre Stimme war gebrochen. 'Er hat mir gedroht.

Meiner Familie.'

Horst schaute sie an. Er sagte nichts, aber er nickte einmal, kurz, und das war genug.

Die Gruppe stand vor dem Lagerhaus, in der Nachtluft, erschöpft und erleichtert und

gleichzeitig wissend, dass es nicht vorbei war. Luca hatte einen Arm um Knossi gelegt, der

zum ersten Mal seit langer Zeit nichts Lustiges sagte. Monte und Speed standen

nebeneinander und schwiegen. Ronaldo hatte die Hände in die Hüften gestemmt und

schaute in die Richtung, in die Nick gefahren war.

'Er ist weg', sagte Haaland.

'Ja', sagte Horst.

'Was machen wir jetzt?'

Horst schaute in die Runde. Auf Jason, der erschöpft aussah, aber wach. Auf Paul, der

bereits sein Handy in der Hand hatte und tippte. Auf Maria, die Luca und Knossi umarmte.

Auf Alex, der allein stand und in die Nacht schaute. Auf Messi, Neymar, Suárez, die

schweigend nebeneinander standen.

'Wir machen weiter', sagte Horst. 'Das ist alles.'

Epilog: Drei Wochen später

Drei Wochen nach dem Lagerhaus saß Horst in seinem Büro und schaute auf die Berichte,

die Paul zusammengestellt hatte.

Tobias Brenner war in Untersuchungshaft. Die Anklage umfasste Entführung,

Freiheitsberaubung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Dr. Wagner hatte

Horst gesagt, dass die Beweislage gut war. Tobias würde lange im Gefängnis bleiben.

Stich hatte nach einer Woche zu reden begonnen. Seine Aussagen hatten wichtige

Informationen über Nicks Netzwerk geliefert, über Verbindungen und Ressourcen, die Paul

bereits analysierte. Erdnusszicke hatte einen Deal gemacht und war unter Zeugenschutz

gestellt worden.

Sandra hatte ebenfalls ausgesagt. Sie hatte erklärt, dass Nick sie mit Informationen über

ihre Familie erpresst hatte, dass sie keine Wahl gehabt hatte. Dr. Wagner hatte ihr einen

Anwalt empfohlen, und die Staatsanwaltschaft hatte Milde in Aussicht gestellt. Horst hatte

keine Anzeige gegen sie erstattet.

Nick Lustig war verschwunden. Die Polizei suchte nach ihm, aber er war gut vorbereitet

gewesen. Er hatte Geld, er hatte Kontakte, er hatte Pläne. Und er hatte Lilith.

Lilith war ebenfalls verschwunden. Siebzehn Jahre alt, das gefährlichste Mitglied von Nicks

neuem Team, irgendwo da draußen, planend, wartend.

Horst schloss die Berichte und schaute aus dem Fenster. Die Stadt war dieselbe wie immer,

geschäftig und gleichgültig. Irgendwo da draußen war Nick. Irgendwo da draußen war

Lilith. Irgendwo da draußen war der nächste Schritt, der nächste Plan, die nächste Runde.

Sein Handy vibrierte. Eine Nachricht von Jason: 'Ronaldo fragt, ob wir uns diese Woche

treffen. Er hat etwas gefunden, das uns interessieren könnte.'

Horst schrieb zurück: 'Morgen. Bei mir.'

Er legte das Handy hin und schaute noch einen Moment aus dem Fenster. Dann stand er

auf, griff nach seiner Jacke, und machte sich auf den Weg nach draußen. Die Sonne schien,

die Luft war frisch, die Stadt rauschte um ihn herum.

Nick würde zurückkommen. Lilith würde zurückkommen. Aber Horst würde bereit sein.

Und dieses Mal war er nicht allein.

Ende von Band 2, Staffel 1: Die Rückkehr des Bösen.

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