Nick Lustig war mit seinem bisherigen Erfolg nicht zufrieden. Horst im Gefängnis zu sehen, war eine große Genugtuung, aber es war ihm nicht genug. Er wollte ihn nicht nur brechen, er wollte ihn auslöschen, jede positive Erinnerung an ihn tilgen. Und dafür hatte er sich ein neues, noch perfideres Ziel ausgesucht: Horsts eigenen Sohn, den 17-jährigen Leon. Leon lebte seit der Scheidung bei seiner Mutter und hatte nur sporadischen Kontakt zu seinem Vater. Die öffentliche Demütigung und die Verhaftung seines Vaters hatten den Teenager zutiefst verunsichert und beschämt.
Nick sah in Leons Verletzlichkeit die perfekte Waffe. Er wusste, dass es nichts gab, was einen Menschen mehr zerstören konnte, als der Verrat durch das eigene Fleisch und Blut. Er begann, sich Leon langsam und unauffällig zu nähern. Er nutzte ein gefälschtes Social-Media-Profil, gab sich als jemand aus, der ebenfalls von Horst enttäuscht worden war, und suchte den Kontakt zu dem Jungen. Er zeigte Verständnis für Leons Wut und Scham, hörte ihm zu und bot ihm eine Schulter zum Ausweinen an.
Leon, der sich von seiner Mutter unverstanden und von der Welt verurteilt fühlte, tappte in die Falle. Er fand in dem vermeintlichen Freund einen Vertrauten, dem er sein Herz ausschütten konnte. Nick fütterte ihn geschickt mit Halbwahrheiten und Lügen über seinen Vater, malte das Bild eines manipulativen Monsters, das seine eigene Familie für den Ruhm geopfert hatte. Er zeigte ihm die manipulierten Videos und die Hasskommentare, bis Leon selbst an den wenigen guten Erinnerungen zweifelte, die er an seinen Vater hatte.
Der Höhepunkt der Manipulation war ein inszeniertes Treffen. Nick arrangierte eine Begegnung zwischen Leon und den verbitterten Ex-Unterstützerinnen Sabine und Melanie. Sie erzählten ihm unter Tränen, wie Horst sie angeblich ausgenutzt und betrogen hatte. Ihre schauspielerische Darbietung war so überzeugend, dass Leons letzter Widerstand brach. Der Schmerz, die Wut und die Enttäuschung verschmolzen zu einem tiefen Hass auf den Mann, der sein Vater war. Nick hatte sein Ziel erreicht. Er hatte nicht nur einen neuen Verbündeten gewonnen, sondern auch eine Waffe geschaffen, die direkt auf das Herz von Kaiser Horst zielte. Der Plan, den Sohn gegen den Vater auszuspielen, war in vollem Gange.