Staffel 1: Der Anfang vom Ende· Kapitel 34 von 59

Kapitel 30: Die letzte Falle

Die Tage des Wartens zerrten an den Nerven aller Beteiligten. Nick Lustig blieb ein Phantom. Doch dann, nach einer Woche der Stille, geschah etwas Unerwartetes. Ein anonymer Hinweis ging bei der Polizei ein. Der Anrufer, dessen Stimme durch einen Verzerrer unkenntlich gemacht wurde, behauptete, Nick Lustig sei in sein altes, luxuriöses Penthouse zurückgekehrt. Die Polizei war skeptisch. Es war der am besten überwachte Ort des Landes, eine offensichtliche Falle. Doch sie konnten den Hinweis nicht ignorieren.

Hauptkommissar Richter ließ das Gebäude von einem massiven Polizeiaufgebot umstellen. Scharfschützen gingen auf den umliegenden Dächern in Stellung. Doch Richter war vorsichtig. Er erinnerte sich an seine eigene Theorie: Nick würde einen dramatischen Abgang inszenieren. Er vermutete, dass das Penthouse nicht nur ein Versteck, sondern eine Bombe war.

Zur gleichen Zeit erhielten Horst und seine Freunde eine Nachricht. Eine kurze, verschlüsselte E-Mail, die auf Jasons Laptop aufploppte. Der Absender war anonym, aber der Inhalt ließ keinen Zweifel daran, von wem sie stammte. „Kommt zu meinem Haus. Allein. Wir haben noch eine offene Rechnung. Wenn ihr nicht kommt, sorge ich dafür, dass die ganze Stadt für eure Feigheit bezahlt.“ Darunter ein Countdown, der bei 60 Minuten startete.

Die Drohung war vage, aber in ihrer Unbestimmtheit umso erschreckender. Horst und seine Freunde wussten, dass es eine Falle war. Die Polizei, die ihre Kommunikation überwachte, fing die Nachricht ebenfalls ab. Richter befahl ihnen, unter allen Umständen in der Wohnung zu bleiben. „Er will Sie dort haben. Das ist der Köder. Wir kümmern uns darum.“

Doch Jason, dessen Hass auf Nick durch die lange Jagd nur noch gewachsen war, konnte nicht tatenlos zusehen. „Wir können uns nicht hinter der Polizei verstecken!“, rief er. „Er hat uns herausgefordert. Wir müssen ihm entgegentreten.“ Gegen den ausdrücklichen Befehl der Polizei und die besorgten Einwände von Paul und Maria schmiedeten Jason und Alex einen Plan, sich aus der Wohnung zu schleichen. Horst, der sich für alles die Schuld gab, bestand darauf, mitzukommen. „Das ist meine Schuld. Ich werde mich ihm stellen.“

Während die Polizei versuchte, das Penthouse zu stürmen, und dabei auf eine Reihe von raffinierten, aber nicht-tödlichen Sprengfallen stieß, die nur dazu dienten, Zeit zu schinden, machten sich Horst, Jason und Alex auf den Weg. Sie wussten, dass sie in eine Falle liefen. Aber sie wussten auch, dass sie dieser letzten Konfrontation nicht aus dem Weg gehen konnten. Es war eine Frage der Ehre, eine Notwendigkeit, um endlich einen Schlussstrich zu ziehen. Sie näherten sich dem Gebäude, das von Blaulicht und dem Lärm von Hubschraubern erfüllt war, und suchten nach einem Weg, unbemerkt ins Innere zu gelangen. Sie ahnten nicht, dass sie damit genau den letzten Teil von Nicks teuflischem Plan erfüllten.