Kapitel 22: Alex in der Nacht

Alex saß in einem Café, das er nicht kannte, in einem Stadtteil, in dem er nie gewesen war. Er trank Tee, obwohl er Kaffee bevorzugte, weil er das Gefühl hatte, dass Koffein seine Gedanken nur noch lauter machen würde.

Sein Handy vibrierte. Horst. Er ließ es klingeln. Jason. Er ließ es klingeln. Paul. Er ließ es klingeln.

Maria schickte eine Nachricht: *Alex, wir machen uns Sorgen. Du musst nicht reden, wenn du nicht willst. Aber bitte sag uns, dass es dir gut geht.*

Er starrte auf die Nachricht. Dann tippte er: *Mir geht es gut. Ich brauche Zeit.*

Er schickte die Nachricht ab und legte das Handy auf den Tisch. Die Antwort kam sofort: *Okay. Wir sind hier, wenn du bereit bist.*

Alex schloss die Augen. Er dachte an Tobias. Er dachte an den Code, den er gefunden hatte. Er dachte an alle Verräter, die er in seinem Leben gehabt hatte.

Und dann dachte er an Maria, die ihm gesagt hatte: *Wir sind hier, wenn du bereit bist.*

Nicht: *Wann kommst du zurück?* Nicht: *Wir brauchen dich.* Sondern: *Wir sind hier.*

Er öffnete die Augen und bestellte einen Kaffee.

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