Kapitel 23: Tobias und Sandra

Tobias kam nach Hause und fand Sandra am Küchentisch sitzen. Sie hatte Kaffee gemacht, zwei Tassen, was bedeutete, dass sie auf ihn gewartet hatte.

„Wir müssen reden", sagte sie.

Tobias setzte sich. Er kannte diesen Ton. Er hatte ihn gefürchtet.

„Ich habe mich über Nick Lustig informiert", sagte Sandra. „Ich habe alles gelesen. Die Berichte, die Geschichten, die Zeugenaussagen. Tobias, dieser Mann hat Menschen ins Gefängnis gebracht. Er hat Roboter gebaut, um Menschen zu töten. Er hat ein Kind, ein vierzehnjähriges Mädchen, manipuliert und als Werkzeug benutzt."

„Das ist Horsts Propaganda", sagte Tobias.

„Das sind Gerichtsurteile", sagte Sandra. „Das sind Polizeiberichte. Das sind Aussagen von Menschen, die nichts mit Horst zu tun haben." Sie sah ihn an. „Tobias, ich liebe dich. Aber ich kann das nicht unterstützen. Ich kann nicht dabei sein, wenn du dich mit einem Mann einlässt, der Menschen schadet."

Tobias schwieg.

„Ich gehe nicht weg", sagte Sandra. „Aber ich bitte dich, nachzudenken. Wirklich nachzudenken. Nicht über Alex, nicht über Horst, sondern über dich. Was willst du wirklich? Was wirst du in zehn Jahren über diese Entscheidung denken?"

Tobias sah sie an. Er wollte ihr sagen, dass sie es nicht verstand. Dass es komplizierter war. Dass Nick nicht so war, wie sie dachte.

Aber die Worte kamen nicht.

---