Kapitel 10: Der letzte ruhige Abend

Der Abend brach herein, und Palutens Essen war, gegen alle Erwartungen, tatsächlich gut geworden. Die Gruppe saß um den großen Tisch, aß und redete, und für eine Weile war alles so, wie es sein sollte.

Horst saß am Kopfende des Tisches und schaute in die Runde. Jason erzählte eine Geschichte, die alle schon kannten, aber die trotzdem jedes Mal Lachen auslöste. Maria half Leon, sein Essen zu schneiden, obwohl er alt genug war, es selbst zu tun, und Leon ließ es zu, weil er wusste, dass sie es aus Liebe tat. Saskia saß neben Horst und hielt seine Hand unter dem Tisch.

„Ich möchte etwas sagen", sagte Horst plötzlich.

Alle sahen ihn an.

„Ich weiß, dass das hier vielleicht nicht für immer ist. Ich weiß, dass da draußen noch Dinge sind, die auf uns warten. Aber ich möchte, dass ihr wisst..." Er machte eine Pause, suchte nach den richtigen Worten. „Ihr seid meine Familie. Nicht weil wir verwandt sind, sondern weil ihr immer wieder für mich da wart. Und ich werde immer für euch da sein."

Stille. Dann sagte Jason: „Das war das Weichste, was du je gesagt hast."

Gelächter.

Horst lachte auch. „Sag das noch einmal, und ich werfe dich raus."

„Ich liebe dich auch, Horst."

Mehr Gelächter. Und in diesem Moment, in diesem einfachen, warmen Moment, war die Welt vollkommen.

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