Kapitel 11: Rüdigers Masterplan

Rüdiger Gamm liebte Zahlen. Er liebte die Art, wie sie sich zu Mustern fügten, wie aus Chaos Ordnung entstehen konnte, wenn man nur die richtigen Gleichungen kannte. Und er liebte es, komplexe Probleme auf ihre einfachsten Bestandteile zu reduzieren.

Das Problem, das Nick ihm gestellt hatte, war komplex. Aber Rüdiger hatte es auf eine einzige Gleichung reduziert: Wie vernichtet man siebzehn Helden gleichzeitig?

Die Antwort war elegant in ihrer Einfachheit. Man vernichtet sie nicht gleichzeitig. Man trennt sie zuerst.

Er hatte drei Wochen damit verbracht, den Plan zu entwickeln, und jetzt lag er vor ihm, ausgebreitet auf dem Tisch wie eine Landkarte. Jeder Schritt war durchdacht, jede Eventualität berücksichtigt, jede Schwäche der Helden analysiert und in eine Waffe verwandelt.

Schritt eins: Isabellas Hack. Bereits aktiviert. Die Helden wussten es nicht, aber jedes Gerät, das sie benutzten, war ein offenes Buch.

Schritt zwei: Alex' Cousin. Tobias war bereits im Team. Sein Hass auf Alex war echt und tief, und das machte ihn zuverlässig.

Schritt drei: Jessy. Eine weitere Schwachstelle, die man ausnutzen konnte. Pauls Vertrauen in die Community war sein blinder Fleck.

Schritt vier: Das Ultimatum. Das Größte, was Nick je geplant hatte. Nicht ein Angriff, nicht eine Falle, sondern ein öffentliches Spektakel, das die Helden vor der ganzen Welt zerstören würde.

Rüdiger schloss sein Notizbuch und lächelte. Die Zahlen stimmten.

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