Isabella saß in ihrer Zelle und las. Nicht ein Buch, sondern Nachrichten. Gespräche. Pläne.
Die Helden kommunizierten viel über ihre Geräte. Horst schrieb Saskia lange Nachrichten, in denen er ihr sagte, wie froh er war, sie zu haben. Jason schickte Memes an die Gruppenwhatsapp. Paul arbeitete an einem Dokument, das eine Art Strategie für die Zukunft zu sein schien. Alex tauschte sich mit einem unbekannten Kontakt aus, über technische Details, die Isabella nicht vollständig verstand.
Aber das Wichtigste war das, was sie nicht sagten. Die Lücken in den Gesprächen, die Themen, die sie vermieden. Die Helden glaubten, dass sie sicher waren. Sie glaubten, dass Nick besiegt war, dass die Gefahr vorbei war. Sie hatten die Wachen gesenkt.
Isabella tippte eine verschlüsselte Nachricht an Rüdiger: *Alles läuft nach Plan. Sie ahnen nichts.*
Die Antwort kam schnell: *Gut. Halte die Augen offen. Wir brauchen noch zwei Wochen.*
Isabella legte das versteckte Gerät weg und lehnte sich zurück. Zwei Wochen. Sie konnte warten. Sie hatte gelernt zu warten.
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