Kapitel 13: Sandra zweifelt

Sandra saß in ihrer Wohnung und starrte auf die Wand. Tobias war nicht da. Er war wieder bei Nick, bei diesem Mann, dessen Name ihr ein ungutes Gefühl in der Magengegend verursachte.

Sie hatte sich Tobias' Argumente angehört. Sie hatte versucht zu verstehen, was er in Nick sah, was ihn so anzog. Und sie verstand es, auf eine intellektuelle Ebene. Sie verstand den Hass auf Alex, auch wenn sie ihn nicht teilte. Sie verstand das Gefühl, im Schatten zu stehen.

Aber sie verstand nicht, wie man daraus den Schluss ziehen konnte, dass man sich einem Mann anschließen sollte, der Menschen ins Gefängnis gebracht hatte, der Roboter gebaut hatte, um Menschen zu töten, der sein ganzes Leben damit verbracht hatte, jemand anderen zu zerstören.

Sie öffnete ihren Laptop und suchte nach Kaiser Horst. Sie sah sich Videos an, alte Streams, Clips. Sie sah einen Mann, der lachte, der mit seinen Freunden alberte, der manchmal zu laut und zu unbesonnen war, aber der auch ehrlich wirkte. Menschlich.

Und dann suchte sie nach Nick Lustig. Und was sie fand, ließ sie lange schweigen.

Sie rief Tobias an. Er nahm nicht ab.

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