Band 2 · Staffel 6 · Teil 32.643 Wörter · ~14 Min.

Teil 3: Die Flucht

Paul befreit alle durch den Lüftungsschacht. Orientierungslosigkeit danach.

Teil 3 von 6 · ~14 Minuten Lesezeit

Band 2 – Staffel 6: Staffel 6: Die Roboter

„Alex", sagte er.

Alex sah ihn an. Sein Mund bewegte sich. Horst beugte sich näher.

„Pass auf ihn auf", flüsterte Alex. „Auf Leon."

Dann schloss er die Augen.

Sie trugen ihn zurück in den Bunker – den alten Bunker von Nick, der jetzt ihnen gehörte. Es

war ein langer Weg, und keiner sprach. Maria weinte lautlos. Jason hielt Leons Schulter.

Paul ging allein, ein paar Schritte hinter den anderen.

Im Bunker legten sie Alex auf eine Liege. Horst saß neben ihm und hielt seine Hand, auch

nachdem es keinen Sinn mehr hatte.

Irgendwann – er wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war – kamen die anderen zu ihm.

Einer nach dem anderen setzten sie sich in den Raum. Niemand sprach. Es gab nichts zu

sagen.

Dann, nach einer langen Stille, stand Leon auf.

Er war siebzehn Jahre alt und sah in diesem Moment älter aus als alle anderen im Raum. Er

sah Horst an, dann die anderen, dann zurück auf Alex.

„Wir rächen ihn", sagte er. Seine Stimme zitterte nicht. „Jeden Einzelnen. Kevin. Sandra.

Viktor. Lilith. Stichzicke. Erdnusszicke. Alle."

Horst sah ihn an.

„Alle", wiederholte Leon.

Horst nickte langsam. „Alle."

Die anderen nickten. Einer nach dem anderen, ohne Worte.

Sie schworen es in der Stille des Bunkers, über dem Körper von Alex, der sich für Leon

geopfert hatte.

Sie wussten nicht, was sie nicht wussten: dass in einem Labor, irgendwo in der Stadt, ein

Mann namens Viktor Lustig neben einem Tisch stand und auf einen Monitor sah. Auf dem

Monitor zeigte sich eine Herzfrequenz. Schwach, unregelmäßig, aber vorhanden.

Nick Lustigs Herz schlug wieder.

Vertiefung: Die Nacht im Bunker

Der Bunker roch nach altem Beton und Maschinenöl. Er roch nach Nick – nach allem, was

Nick gewesen war und was er hinterlassen hatte. Horst hasste diesen Geruch, aber er hatte

gelernt, ihn zu tolerieren. Der Bunker war sicher. Das war das Einzige, was zählte.

Sie hatten ihn in den Wochen nach Band 1 eingerichtet. Feldbetten, ein Generator, Vorräte

für drei Wochen. Karten an den Wänden. Ein Funksystem, das Paul zusammengebaut hatte.

Es war kein komfortabler Ort, aber es war ihr Ort.

Jetzt saßen sie darin und schwiegen.

Alex lag auf einer Liege in der Ecke. Maria hatte eine Decke über ihn gelegt. Niemand hatte

das ausgesprochen, aber alle wussten, dass es keine medizinische Maßnahme mehr war. Es

war ein Zeichen des Respekts.

Horst saß am Tisch und sah auf die Karten. Er sah sie nicht wirklich. Er sah Alex.

Er dachte an den ersten Tag, an dem er Alex kennengelernt hatte. Nicht in dieser Geschichte

– früher, vor allem, was passiert war. Alex war jemand gewesen, der immer wusste, was zu

sagen war. Nicht weil er klug war – obwohl er das auch war – sondern weil er zuhörte.

Wirklich zuhörte. Er hatte die Gabe, Menschen zu verstehen, bevor sie sich selbst

verstanden.

Horst hatte das nie ausgesprochen. Er hatte es nicht gemusst. Alex hatte es gewusst.

Jetzt war er weg.

Leon saß in der anderen Ecke des Bunkers und schrieb. Er schrieb immer, wenn er nicht

wusste, was er sonst tun sollte. Horst hatte ihn das schon früher beobachtet – in ruhigen

Momenten, in Momenten der Erschöpfung, in Momenten wie diesem. Leon schrieb, um zu

verarbeiten. Um die Dinge festzuhalten, bevor sie sich veränderten.

Jason schlief. Oder er tat so, als würde er schlafen. Horst konnte es nicht sagen.

Paul saß am Funksystem und hörte zu. Er hörte immer zu – Frequenzen, Signale, Fragmente

von Gesprächen, die er zusammensetzte wie ein Puzzle. Er hatte das Kabel, das er aus dem

Roboter gerissen hatte, auf den Tisch gelegt und betrachtete es gelegentlich, als würde es

ihm etwas sagen.

Maria stand am Eingang des Bunkers und sah nach draußen. Die Nacht war klar. Sie

bewegte sich nicht.

Rafael, Esther und Thomas saßen zusammen und sprachen leise. Horst konnte nicht hören,

was sie sagten, aber er sah ihre Gesichter. Sie waren erschüttert. Sie hatten Alex nicht so

lange gekannt wie die anderen, aber sie hatten gesehen, was er getan hatte. Das reichte.

Horst stand auf. Er ging zu Leon.

„Was schreibst du?", fragte er leise.

Leon sah auf. „Alles. Was passiert ist. Was ich mich erinnere." Er zögerte. „Was Alex gesagt

hat."

„Was hat er gesagt?"

„Verschiedenes. In verschiedenen Momenten." Leon sah auf das Notizbuch. „Einmal hat er

mir gesagt, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst

weiterzumachen." Er machte eine Pause. „Ich habe das damals nicht wirklich verstanden."

„Und jetzt?"

„Jetzt verstehe ich es." Leon sah ihn an. „Er hatte immer Angst. Ich habe es nicht gesehen,

aber er hat es mir einmal gesagt. Er hatte Angst, nicht gut genug zu sein. Nicht schnell

genug. Nicht stark genug." Er schluckte. „Aber er war da. Immer."

Horst setzte sich neben ihn. Sie saßen eine Weile schweigend.

„Ich mache mir Sorgen um dich", sagte Horst schließlich.

„Das braucht ihr nicht."

„Ich tue es trotzdem."

Leon sah ihn an. „Ich bin okay. Ich bin nicht okay, aber ich werde okay sein. Das ist ein

Unterschied."

Horst nickte. Er verstand den Unterschied.

„Wir werden sie zur Verantwortung ziehen", sagte er. „Alle."

„Ich weiß."

„Aber nicht heute Nacht."

Leon sah ihn an. Dann, zum ersten Mal seit Stunden, ein kleines Lächeln. „Nein. Heute

Nacht nicht."

Paul fand die Information um drei Uhr morgens.

Er hatte das Kabel aus dem Roboter analysiert – nicht mit Werkzeug, das er nicht hatte,

sondern mit dem, was er hatte: Augen, Geduld und ein Gedächtnis, das Details festhielt wie

ein Fotoapparat. Die Beschriftung auf dem Kabel war ein Produktionscode. Und

Produktionscodes hatten Hersteller.

Er kannte den Hersteller.

Es war ein Unternehmen, das offiziell Industriemaschinen produzierte. Inoffiziell – und das

war das, was Paul wusste, weil er in den letzten Jahren viel gehört hatte – war es eine

Tarnfirma. Eine Firma, die für Auftraggeber arbeitete, die nicht genannt werden wollten.

Und der Auftraggeber dieser Firma war nicht Nick.

Nick hatte die Roboter bestellt, ja. Aber er hatte sie nicht selbst finanziert. Das Geld kam von

woanders. Von jemandem, der Nick finanziert hatte, ohne dass Nick es wusste – oder ohne

dass Nick es zugegeben hatte.

Paul saß still und ließ die Implikation auf sich wirken.

Jemand hatte Nick von Anfang an kontrolliert. Jemand, der im Hintergrund geblieben war.

Jemand, den sie noch nicht kannten.

Er dachte an den Mann mit der tiefen Stimme, den er durch die Lüftungsöffnung gehört

hatte. Jemand, der Lilith Befehle gab. Jemand, der bereit war, sie alle zu töten.

Er stand auf und ging zu Horst.

„Ich muss dir etwas zeigen", sagte er.

Die Enthüllung veränderte alles.

Horst saß am Tisch und sah auf das Kabel, das Paul vor ihm hingelegt hatte. Er hörte zu,

während Paul erklärte, was er herausgefunden hatte. Er unterbrach nicht.

Als Paul fertig war, war der Raum still.

„Jemand hat Nick kontrolliert", sagte Horst schließlich.

„Jemand hat ihn finanziert. Das ist nicht dasselbe wie kontrollieren, aber es ist nah dran."

„Wer?"

„Das weiß ich noch nicht." Paul sah ihn an. „Aber ich werde es herausfinden."

Jason war aufgewacht und hatte zugehört. „Das bedeutet, dass alles, was wir bisher

gedacht haben, falsch war. Nick war nicht der Hauptfeind. Er war ein Werkzeug."

„Vielleicht", sagte Paul. „Oder er war beides. Werkzeug und Feind gleichzeitig."

„Und Viktor?"

„Viktor weiß es wahrscheinlich. Deswegen will er Nick zurückbringen. Nicht aus Loyalität.

Weil Nick Informationen hat, die Viktor braucht."

Horst stand auf und ging zur Karte an der Wand. Er sah auf die Punkte, die Heinrich

markiert hatte – die Städte, in denen bereits Haftbefehle gegen sie existierten. Er sah auf die

Linien, die Heinrich gezogen hatte – Verbindungen zwischen Personen, Orten, Ereignissen.

Er sah ein Muster, das er vorher nicht gesehen hatte.

„Wir haben immer gegen die Symptome gekämpft", sagte er. „Nicht gegen die Ursache."

„Was meinst du damit?", fragte Maria. Sie war vom Eingang zurückgekommen und stand

jetzt hinter ihm.

„Nick war ein Symptom. Viktor ist ein Symptom. Lilith, Sandra, Kevin, Stichzicke,

Erdnusszicke – alle Symptome." Er drehte sich um. „Jemand hat das alles in Gang gesetzt.

Jemand, der im Hintergrund sitzt und wartet."

„Und wenn wir diesen Jemand nicht finden?"

„Dann werden immer neue Nicks kommen. Immer neue Viktors." Er sah die anderen an.

„Wir müssen zur Wurzel."

Stille.

Dann sagte Esther: „Mein Vater weiß mehr, als er uns gesagt hat. Ich bin sicher. Er hat uns

geholfen, aber er hat nicht alles erzählt."

„Warum nicht?"

„Weil er Angst hat." Sie zögerte. „Er hat zwanzig Jahre versucht, Viktor zu stoppen. Er hat

zweimal versagt. Vielleicht hat er aufgehört zu glauben, dass es möglich ist."

„Dann müssen wir ihm zeigen, dass es möglich ist", sagte Horst.

Am nächsten Morgen gingen sie zurück zu Heinrich.

Er öffnete die Tür, sah ihre Gesichter, und trat wortlos zur Seite.

Im Wohnzimmer – dem Büro, das halb Wohnzimmer war – setzten sie sich. Horst legte das

Kabel auf den Tisch.

Heinrich sah es an. Sein Gesicht veränderte sich kaum, aber seine Augen wurden schärfer.

„Woher habt ihr das?"

„Aus einem von Nicks Robotern", sagte Paul. „Ich kenne den Hersteller. Ich kenne die

Verbindung. Ich weiß, dass jemand Nick finanziert hat."

Heinrich schwieg.

„Wer ist es?", fragte Horst.

Lange Stille. Heinrich stand auf, ging zum Fenster, sah hinaus. Dann drehte er sich um.

„Ich kenne den Namen", sagte er. „Ich habe ihn seit Jahren. Ich habe ihn nie benutzt, weil

ich nicht beweisen konnte, was ich wusste." Er sah Horst an. „Wenn ich euch den Namen

gebe, könnt ihr nichts damit anfangen. Nicht ohne Beweise."

„Dann helft uns, die Beweise zu finden."

Heinrich sah ihn lange an. Dann setzte er sich wieder.

„Der Mann heißt Gregor Weiland", sagte er. „Er ist sechzig Jahre alt, lebt in der Schweiz, und

offiziell ist er Philanthrop. Er finanziert Schulen, Krankenhäuser, Forschungsprojekte." Eine

Pause. „Inoffiziell finanziert er Menschen wie Nick. Menschen, die bereit sind, das zu tun,

was Gregor nicht selbst tun kann."

„Was will er?"

„Kontrolle." Heinrich lehnte sich zurück. „Er glaubt, dass die Welt besser wäre, wenn sie von

jemandem geführt würde, der weiß, was er tut. Er hält sich für diesen jemanden."

„Und Nick war sein Werkzeug."

„Nick war sein Experiment. Er wollte sehen, wie weit jemand gehen würde, wenn er die

richtigen Ressourcen hat." Heinrich sah auf das Kabel. „Nick ist zu weit gegangen. Das war

nicht Gregors Plan."

„Deswegen hat Viktor Nick nicht gerettet", sagte Paul langsam. „Deswegen hat er ihn

zurückgebracht. Gregor will Antworten."

„Wahrscheinlich."

Horst sah auf die Karte. Er sah auf Gregors Namen, den Heinrich jetzt auf ein Stück Papier

geschrieben hatte.

„Wie kommen wir an ihn heran?"

„Das ist das Problem", sagte Heinrich. „Gregor ist nicht erreichbar. Nicht direkt. Er hat

Schichten um sich herum – Menschen, Systeme, Strukturen. Um an ihn heranzukommen,

müsst ihr durch alle diese Schichten."

„Wie viele?"

„Viele." Heinrich sah ihn an. „Aber es gibt einen Weg. Einen einzigen. Und er führt durch

Viktor."

Die Planung dauerte drei Tage.

Drei Tage, in denen sie im Bunker saßen und arbeiteten. Paul analysierte, Jason

koordinierte, Maria organisierte. Rafael kannte Wege durch Europa, die nicht auf Karten

standen. Esther sprach mit ihrem Vater und brachte Informationen zurück, die sie sorgfältig

aufschrieb. Thomas baute, reparierte, improvisierte.

Leon schrieb.

Und Horst dachte.

Er dachte an Alex. Er dachte an das, was Alex gesagt hatte, bevor er starb. Pass auf ihn auf.

Auf Leon.

Er dachte an Leon, der siebzehn war und sich benahm wie jemand, der dreißig war. Der

keine Angst zeigte, aber Angst hatte. Der schrieb, um nicht zu schreien.

Er dachte an Gregor Weiland, den er noch nie gesehen hatte und der trotzdem für alles

verantwortlich war.

Er dachte an Nick, dessen Herz wieder schlug.

Am dritten Abend, als die anderen schliefen, saß Horst allein am Tisch und sah auf die

Karte. Er sah auf die Punkte und die Linien und die Namen. Er sah auf das große Bild, das

sich langsam zusammenfügte.

Und er verstand, dass das hier noch nicht vorbei war. Dass es vielleicht nie vorbei sein

würde, solange Gregor Weiland existierte.

Aber er verstand auch etwas anderes.

Sie waren neun Menschen. Neun Menschen, die alles verloren hatten und trotzdem noch

kämpften. Neun Menschen, die sich gegenseitig hielten, wenn einer fiel.

Das war nicht wenig. Das war alles.

Er stand auf, löschte das Licht, und legte sich schlafen.

Morgen würden sie weitermachen.

Vertiefung: Stichzicke und Erdnusszicke

Die beiden Frauen, die sich Stichzicke und Erdnusszicke nannten, hatten echte Namen.

Aber sie benutzten sie nicht mehr. Seit Jahren nicht. Die Namen gehörten zu einem Leben,

das sie hinter sich gelassen hatten – einem Leben mit Regeln, Grenzen, Konsequenzen.

Stichzicke war die Ältere der beiden. Sie war Ende dreißig, mit kurzen Haaren und einem

Gesicht, das keine Emotionen zeigte, wenn sie es nicht wollte. Sie hatte früher in einem

Büro gearbeitet. Sie hatte früher Steuern gezahlt und Urlaub gemacht und sich um nichts

gesorgt, was größer war als die nächste Rechnung.

Dann hatte sie Nick kennengelernt.

Nick hatte ihr etwas gegeben, das sie nicht gewusst hatte, dass sie es wollte: Bedeutung.

Das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer war als sie selbst. Er hatte ihr gesagt, dass die

Welt ungerecht war und dass jemand das ändern musste. Er hatte ihr gesagt, dass sie die

Richtige dafür war.

Sie hatte ihm geglaubt.

Erdnusszicke war jünger – Mitte zwanzig – und hatte Stichzicke durch Nick kennengelernt.

Sie war kleiner, schneller, und hatte eine Energie, die nie ganz zur Ruhe kam. Sie dachte

schnell und handelte schneller. Manchmal zu schnell.

Nick war jetzt tot. Das hatte sie erschüttert, mehr als sie zugeben würde. Nicht weil sie ihn

geliebt hatte – das war nicht das richtige Wort – sondern weil er die Mitte gewesen war, um

die sich alles gedreht hatte. Ohne ihn war alles dezentriert.

Aber sie hatten einen Plan. Einen, der nicht von Nick abhing.

Die Polizei-Manipulation war bereits in Gang. Falsche Berichte, gefälschte Beweise,

sorgfältig platzierte Informationen in den richtigen Kanälen. Es war langsame Arbeit, aber

gründliche Arbeit. In drei Ländern gab es bereits Haftbefehle. In zwei weiteren waren die

Verfahren eingeleitet.

Vier Jahre. Das war ihr Zeitplan. Vier Jahre, bis Horst und seine Freunde nirgendwo in

Europa mehr sicher sein würden.

„Wir sollten schneller machen", sagte Erdnusszicke. Sie saß am Tisch und sah auf einen

Bildschirm, auf dem Berichte aus verschiedenen Ländern aufgelistet waren.

„Schnell macht Fehler", sagte Stichzicke. Sie stand am Fenster und sah auf die Straße.

„Langsam gibt ihnen Zeit."

„Sie haben keine Zeit. Sie sind auf der Flucht, sie haben keine Ressourcen, und jetzt ist Alex

tot." Stichzicke drehte sich um. „Lass sie erschöpfen. Das ist effektiver als Eile."

Erdnusszicke sah sie an. Dann nickte sie langsam.

„Und Viktor?"

„Viktor macht sein eigenes Ding. Das ist sein Problem."

„Und Gregor?"

Stichzicke schwieg einen Moment. „Gregor ist nicht unser Problem. Wir arbeiten nicht für

Gregor."

„Wir haben sein Geld genommen."

„Wir haben Nicks Geld genommen. Nick hat Gregors Geld genommen. Das ist ein

Unterschied."

Erdnusszicke sah sie an. Sie war nicht überzeugt, aber sie ließ es fallen.

Sie arbeiteten weiter.

Vertiefung: Viktor und der Doktor

Das Labor war kalt. Es war immer kalt – der Doktor bestand darauf. Kälte verlangsamte

biologische Prozesse, sagte er. Kälte war Kontrolle.

Viktor stand am Rand des Raums und sah auf den Tisch in der Mitte. Auf dem Tisch lag Nick.

Nick sah aus wie jemand, der schlief. Nicht wie jemand, der tot gewesen war. Der Doktor

hatte gute Arbeit geleistet – das musste Viktor zugeben, auch wenn er dem Mann nicht

vertraute. Die Wunde in Nicks Brust war versorgt, die Haut blass aber intakt. Die

Herzfrequenz auf dem Monitor war schwach, aber stabil.

„Wann wacht er auf?", fragte Viktor.

„Wenn er bereit ist." Der Doktor stand neben dem Monitor und machte Notizen. „Das Gehirn

braucht Zeit. Ich kann den Prozess nicht beschleunigen."

„Ich habe nicht unbegrenzt Zeit."

„Ich weiß." Der Doktor sah ihn an. „Aber wenn ich es überstürze, wacht er auf und ist nicht