Moritz zeigte ihnen die Daten.
In den letzten zwei Stunden, seit Nick durch das Portal getreten war, hatten Krankenhäuser in der ganzen Stadt begonnen, Patienten mit unbekannten Atemwegssymptomen aufzunehmen. Husten, Atemnot, Schmerzen in der Brust. Die Symptome entwickelten sich schnell — innerhalb von Stunden von leichtem Husten zu ernsthafter Atemnot. Die Ärzte wussten nicht, was es war. Sie hatten es noch nie gesehen.
Die schwarze Masse hatte sich bereits weiter verbreitet, als sie gedacht hatten. Nick hatte sie nicht nur in der Fabrikhalle freigesetzt. Er hatte sie vorher — bevor er das Portal öffnete, bevor er auf die Gruppe wartete — in der Luft verteilt. Nicht viel, nicht genug für eine sofortige Wirkung, aber genug, um eine erste Infektionswelle zu starten. Er hatte die Masse durch die Lüftungssysteme der Stadt verteilt, durch die integrierten Netzwerke, die die Parallelwelt so stolz gemacht hatten. Die Vernetzung, die das Leben leichter machte, hatte die Verbreitung der Waffe erleichtert.
„Er hat das geplant", sagte der Parallelwelt-Alex. Seine Stimme war ruhig, aber seine Hände auf dem Tisch waren zu Fäusten geballt. „Er wusste, dass wir kommen würden. Er hat die Masse als erstes freigesetzt und dann auf uns gewartet. Die Konfrontation in der Fabrikhalle war nicht sein Hauptziel — sie war eine Ablenkung. Während wir auf ihn geschaut haben, hat die Masse sich verbreitet."
„Er hat uns benutzt", sagte Paul. „Unsere Anwesenheit hat ihn legitimiert. Wir haben auf ihn geschaut, und er hat die Welt vergiftet."
„Wie viele Menschen sind infiziert?", fragte Maria.
„Noch wenige", sagte Moritz. „Dreiundzwanzig bestätigte Fälle in vier verschiedenen Krankenhäusern. Aber die Ausbreitung ist exponentiell. In zwölf Stunden könnten es Tausende sein. In vierundzwanzig Stunden..." Er beendete den Satz nicht. Er musste ihn nicht beenden.
„Wir müssen das Gegenmittel finden", sagte Horst. „Gibt es eines?"
„Die Masse ist biologisch", sagte Moritz. Er schaute auf die Struktur auf seinem Tablet. „Biologische Waffen haben immer eine Schwachstelle. Das ist die Natur der Biologie — alles hat eine Schwachstelle. Ich brauche Zeit, um sie zu finden."
„Wie viel Zeit?"
„Sechs Stunden. Vielleicht acht."
„Dann haltet ihr Nick auf", sagte Horst zu dem Superhelden-Team. „Und wir helfen euch dabei."
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