Kapitel 31: Der letzte Abschied

Die zwei Gruppen standen voreinander.

Horst schaute das Superhelden-Team an — Tim, Moritz, Sawo, Ziegelstein und den Parallelwelt-Alex. Fünf junge Männer, die in einer anderen Welt lebten, andere Fähigkeiten hatten, andere Erfahrungen gemacht hatten. Und doch waren sie in den letzten Stunden zu etwas geworden, das Horst nur als Freunde beschreiben konnte. Nicht die Art von Freunden, die man jahrelang kennt. Sondern die Art von Freunden, die man in einer Krise findet — die Art, die man nicht vergisst.

„Danke", sagte Horst. „Für alles."

„Danke", sagte der Parallelwelt-Alex. „Ihr habt uns gezeigt, dass Stärke keine Superkräfte braucht."

Jason streckte die Hand aus. Sawo schaute auf die Hand, dann auf Jason, dann schüttelte er sie — und dann zog er Jason in eine Umarmung, die Jason fast die Luft abdrückte.

„Vorsicht", keuchte Jason.

„Sorry", sagte Sawo. „Ich vergesse das manchmal."

„Ich weiß." Jason klopfte ihm auf den Rücken, soweit er konnte. „Ist okay."

Maria umarmte jeden einzeln. Tim ließ es zu, obwohl er leicht errötete — er war nicht jemand, der Umarmungen gewohnt war, aber er ließ es zu. Moritz gab ihr sein Tablet — „Als Erinnerung", sagte er — und Maria schaute ihn an.

„Das ist dein wichtigstes Werkzeug."

„Ihr seid wichtiger", sagte Moritz. „Und das Tablet ist kaputt. Ich baue ein neues."

Maria lachte. Es war das erste Mal seit Stunden, dass jemand lachte.

Paul und Tim schüttelten sich die Hände. Sie hielten die Hände einen Moment länger als nötig — zwei Strategen, die sich erkannt hatten.

Ziegelstein und Jason tauschten einen letzten Blick aus — zwei Menschen, die sich verstanden hatten, ohne viele Worte zu brauchen. Ziegelstein nickte. Jason nickte zurück.

Und dann stand Horst vor dem Parallelwelt-Alex.

Sie schauten sich an. Horst dachte an Alex aus der Hauptwelt. An das Grinsen, das er nie mehr sehen würde. An die Energie, die aus diesem Raum verschwunden war.

Und er dachte an den jungen Mann vor ihm — der dieselben Augen hatte, dieselben Hände, dieselbe Art zu denken — und der weiterleben würde. Der die Geschichte fortsetzen würde, die der andere begonnen hatte.

„Pass auf dich auf", sagte Horst.

„Du auch." Der Parallelwelt-Alex hielt das Gerät hoch. „Bereit?"

„Bereit."

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