Horsts Keller. Derselbe Geruch, dieselbe Stille. Als wären sie nie weg gewesen.
Horst schaute auf seine Uhr. Sechs Stunden waren vergangen. Sechs Stunden, in denen sie eine andere Welt besucht, ein Superhelden-Team kennengelernt, Nick besiegt und einen Freund verloren hatten.
Sechs Stunden.
Er stand mitten im Keller und schaute sich um. Das alte Regal, das tropfende Heizungsrohr, die Werkzeugkisten. Alles an seinem Platz. Alles unverändert. Als hätte die Welt nicht bemerkt, dass sie sechs Stunden lang fort gewesen waren.
Jason trat neben ihn. Er schaute sich auch um, mit demselben Blick — dem Blick eines Menschen, der überprüft, ob die Realität noch stimmt.
„Wir sind zurück", sagte Jason.
„Ja."
„Alles ist wie vorher."
„Ja."
Sie schwiegen. Paul stand in der Ecke und schaute auf sein Notizbuch — er hatte es aufgeschlagen, aber er schrieb nicht. Er schaute nur auf die leeren Seiten, als würde er überlegen, was er aufschreiben sollte. Was man aufschrieb, wenn man eine andere Welt besucht hatte. Was die richtigen Worte waren.
Maria stand am Fuß der Kellertreppe. Sie schaute nach oben — in die Wärme der Wohnung, in das normale Leben, das sie verlassen hatten und zu dem sie zurückgekehrt waren. Dann schaute sie auf Horst.
„Saskia wird sich Sorgen machen", sagte sie.
„Ja", sagte Horst. Er schaute die drei an — Jason, Paul, Maria. Die Menschen, die immer bei ihm waren. Die Menschen, ohne die er nicht der wäre, der er war.
Er schaute auf den Boden, wo Alex gestanden hatte, als er das Portal geöffnet hatte. Nichts war dort. Kein Zeichen, keine Spur. Als wäre es nie passiert.
„Wir sagen niemandem etwas", sagte Horst.
„Warum nicht?", fragte Jason.
„Weil es keine Auswirkungen auf unsere Welt hat. Alex lebt hier. Nick sitzt im Gefängnis. Alles ist wie vorher." Horst schluckte. „Aber wir wissen, was wir gesehen haben. Und wir wissen, dass es da draußen mehr gibt als unsere Welt. Andere Versionen, andere Möglichkeiten, andere Geschichten."
„Das ist genug", sagte Paul.
„Ja." Horst nickte. „Das ist genug."
Jason schaute ihn an. „Und Alex? Der andere Alex?"
„Er liegt in einer anderen Welt begraben. Unter einem alten Baum. Das Superhelden-Team wird sich um sein Grab kümmern." Horst schluckte. „Und der Alex hier weiß nichts davon. Er lebt sein Leben, er sitzt vor seinen Monitoren, er tüftelt an seinen Projekten. Das ist gut. Das ist, wie es sein soll."
„Aber wir wissen es", sagte Maria.
„Ja." Horst schaute auf den Boden. „Wir wissen es. Und wir werden es nicht vergessen. Das ist das Einzige, was wir für ihn tun können — nicht vergessen."
Sie schwiegen einen Moment. Dann:
„Ich werde ihn nie vergessen", sagte Jason.
„Ich auch nicht", sagte Paul.
„Ich auch nicht", sagte Maria.
Horst nickte. „Gut."
Sie gingen die Kellertreppe hinauf. Langsam, einer nach dem anderen, in die Wärme der Wohnung, in das normale Leben, das sie verlassen hatten und zu dem sie zurückgekehrt waren.