Staffel 1: Der Anfang vom Ende· Kapitel 20 von 59

Kapitel 17: Die Falle für Luca

Luca war der erste auf ihrer Liste. Seine charismatische und vertrauenswürdige Art machte ihn zum Anführer und zur treibenden Kraft der vier Influencer. Ihn auszuschalten, oder besser gesagt, ihn umzudrehen, hätte die größte Wirkung. Nicks Team begann, Lucas Leben akribisch zu analysieren. Sie studierten seine Gewohnheiten, seine Vorlieben, seine Schwächen. Sie fanden heraus, dass er ein großer Fan von exklusiven Sneakern war und regelmäßig an Verlosungen für limitierte Modelle teilnahm.

Das war die Lücke, die sie brauchten. Sie erstellten eine gefälschte Webseite für eine fiktive Streetwear-Marke und starteten eine angebliche Verlosung für ein extrem seltenes Paar Sneaker, von dem sie wussten, dass Luca es unbedingt haben wollte. Die Falle war professionell und bis ins kleinste Detail durchdacht. Um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, ließen sie die gefälschte Marke von einigen kleineren, gekauften Influencern bewerben.

Wie erwartet, sprang Luca auf den Köder an. Er nahm an der Verlosung teil und war überglücklich, als er wenige Tage später eine E-Mail erhielt, die ihm mitteilte, dass er der glückliche Gewinner sei. Er wurde eingeladen, seinen Preis persönlich in einem exklusiven Pop-up-Store in einem angesagten Viertel der Stadt abzuholen. Er hatte keine Ahnung, dass der gesamte Store nur eine aufwendige Kulisse war, eine Bühne für seine Entführung.

An dem besagten Tag betrat Luca voller Vorfreude den Laden. Das Innere war stylisch und modern, genau wie er es erwartet hatte. Eine freundliche Mitarbeiterin – eine von Nicks Agentinnen – begrüßte ihn und führte ihn in einen separaten VIP-Bereich im hinteren Teil des Ladens, wo er angeblich seine Schuhe erhalten sollte. In dem Moment, als sich die Tür hinter ihm schloss, wusste er, dass etwas nicht stimmte. Der Raum war leer, bis auf einen einzigen Stuhl in der Mitte. Bevor er reagieren konnte, spürte er einen scharfen Stich im Nacken. Die Welt um ihn herum begann sich zu drehen, die Farben verschwammen, und dann wurde alles schwarz.

Luca erwachte in einem hellen, weißen Raum. Er saß in einem bequemen Sessel, der eher an eine Zahnarztpraxis als an eine Gefängniszelle erinnerte. Seine Glieder fühlten sich schwer und träge an. Vor ihm stand Dr. Alistair Finch, der ihn mit einem kühlen, professionellen Lächeln musterte. „Willkommen, Luca“, sagte er mit sanfter, fast hypnotischer Stimme. „Keine Sorge, Ihnen wird nichts geschehen. Wir sind hier, um Ihnen zu helfen. Um Ihnen zu helfen, die Wahrheit zu erkennen.“ An den Wänden um ihn herum flackerten Bildschirme auf. Sie zeigten Bilder von Kaiser Horst, unterlegt mit einer kaum hörbaren, pulsierenden Frequenz. Die kognitive Neuausrichtung hatte begonnen.