Das Portal spuckte sie aus wie Korken aus einer Flasche. Einer nach dem anderen landeten sie auf dem Boden von Alex' Werkstatt, keuchend, blutend, aber lebendig. Alex, Knossi, Monte, Luca und Speed stürzten auf sie zu, halfen ihnen auf die Beine, versorgten Wunden. Maria umarmte Horst so fest, dass er kaum atmen konnte. Leon stand in der Ecke und beobachtete alles mit großen, unsicheren Augen.
Ronaldo und Haaland waren die Letzten, die durch das Portal traten. Ihre Rüstungen lösten sich auf, als sie die echte Welt betraten, und sie standen da in normaler Kleidung, erschöpft aber aufrecht. Das Portal flackerte ein letztes Mal und erlosch. Der Kristall war dunkel, seine Energie verbraucht.
„Wer sind diese Leute?", fragte Knossi und deutete auf die Überlebenden, die sich verwirrt umsahen. Horst erklärte kurz, wer sie waren und wie er sie in der fremden Welt gefunden hatte. Viktor, der Älteste, sank auf die Knie und weinte. „Wir sind frei", flüsterte er. „Nach all dieser Zeit. Wir sind frei."
Doch die Freude wurde von einer drängenden Frage überschattet: Was war mit Nick? Er war geflohen, verschwunden in den Schatten seiner eigenen Welt. Aber das Portal war geschlossen. Bedeutete das, dass er in der Parallelwelt gefangen war? Oder hatte er einen anderen Weg zurück in die echte Welt?
Paul, der bereits wieder in seinem Strategie-Modus war, stellte die entscheidende Frage. „Alex, gibt es eine Möglichkeit, dass Nick ein eigenes Portal hat? Einen anderen Weg zurück?" Alex runzelte die Stirn und überlegte. „Das Gerät, das wir benutzt haben, war das einzige seiner Art, soweit ich weiß. Aber Nick hat die Technologie entwickelt, oder zumindest angepasst. Es ist möglich, dass er ein Backup hat."
Ronaldo, der schweigend zugehört hatte, sprach zum ersten Mal seit seiner Rückkehr. „Er hat einen Weg zurück. Ich habe es gespürt. Seine Verbindung zu dieser Welt ist nicht gekappt. Er ist wie ein Parasit, der sich in das Gewebe der Realität eingegraben hat. Solange er lebt, wird er immer einen Weg finden."
Die Worte hingen schwer in der Luft. Haaland, der neben Ronaldo stand, nickte. „Wir haben ihn verwundet, aber nicht besiegt. Er wird zurückkommen. Stärker, wütender, verzweifelter." Er blickte in die Runde. „Und wenn er zurückkommt, müssen wir bereit sein."
Horst, der seinen Sohn Leon beobachtete, der immer noch in der Ecke stand und ihn mit einer Mischung aus Erleichterung und Misstrauen ansah, traf eine Entscheidung. Er ging zu Leon, kniete sich vor ihn und nahm seine Hände. „Leon. Ich weiß, dass du verwirrt bist. Ich weiß, dass deine Mutter dir Dinge gesagt hat, die dich zweifeln lassen. Aber ich liebe dich. Mehr als alles auf der Welt. Und ich werde nicht zulassen, dass irgendjemand uns jemals wieder auseinanderreißt."
Leon sah seinen Vater an, die Tränen liefen ihm über die Wangen. Dann fiel er ihm in die Arme, und für einen Moment war die Welt in Ordnung. Nur für einen Moment. Denn irgendwo, in den Tiefen zwischen den Dimensionen, leckte Nick Lustig seine Wunden und schmiedete bereits seinen nächsten Plan.
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