In Alex' Werkstatt herrschte eine Atmosphäre aus Anspannung und Vorfreude. Das Portal-Gerät stand in der Mitte des Raumes, der Dimensionskristall in seinem Herzen pulsierte in einem stetigen, beruhigenden Rhythmus. Alex hatte die letzten Berechnungen dreimal überprüft, jede Variable kontrolliert, jede mögliche Fehlerquelle eliminiert. Liliths Hack hatte ihn vorsichtiger gemacht, aber auch entschlossener. Er würde keinen Fehler mehr zulassen.
Die gesamte Gruppe hatte sich versammelt. Jason stand mit verschränkten Armen an der Wand, sein Gesicht eine Mischung aus Entschlossenheit und Ungeduld. Paul studierte die Karten der Parallelwelt, die Alex aus den Daten des Geräts rekonstruiert hatte. Maria hielt Leons Hand, der seit Isabellas Besuch stiller und verschlossener geworden war. Knossi, Monte, Luca und Speed standen bereit, jeder auf seine Weise nervös. Und Paluten, der Neuling in der Gruppe, der sich in kürzester Zeit als unverzichtbar erwiesen hatte, überprüfte ein letztes Mal die Ausrüstung.
„Okay", sagte Alex und richtete sich auf. „Das Portal ist bereit. Die Koordinaten sind korrekt, die Energieversorgung ist stabil. Wir haben ein Zeitfenster von etwa sechs Stunden, bevor der Kristall seine Energie erschöpft hat. Danach schließt sich das Portal, und wir brauchen einen neuen Kristall, um es wieder zu öffnen." Er sah in die Runde. „Das bedeutet: Wer auch immer hineingeht, hat sechs Stunden, um Horst zu finden und zurückzukommen."
Die Entscheidung, wer gehen sollte, war schnell getroffen. Jason, weil er der Mutigste war und im Notfall kämpfen konnte. Paul, weil er der Stratege war und in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahrte. Und Paluten, weil er frische Energie und neue Perspektiven mitbrachte. Maria wollte ebenfalls gehen, aber Paul überzeugte sie, dass sie bei Leon bleiben musste. „Er braucht dich jetzt mehr als je zuvor", sagte er leise. „Isabella hat Samen des Zweifels gesät. Du musst dafür sorgen, dass sie nicht aufgehen."
Alex, Knossi, Monte, Luca und Speed würden in der echten Welt bleiben und das Portal offen halten. Eine ebenso wichtige Aufgabe, denn wenn das Portal sich vorzeitig schloss, wären Jason, Paul und Paluten in der fremden Welt gefangen, genau wie Horst.
Der Moment der Aktivierung war gekommen. Alex legte den Schalter um, und der Kristall begann zu leuchten, heller und intensiver, bis sein Licht den ganzen Raum erfüllte. Die Luft vor dem Gerät begann zu flimmern, zu wirbeln, und dann riss sie auf. Ein Portal, ein Fenster in eine andere Welt, materialisierte sich vor ihren Augen. Auf der anderen Seite sahen sie den roten Himmel, die verfallenen Gebäude, die trostlose Landschaft der Parallelwelt.
Jason trat als Erster vor. Er blickte zurück auf die Gruppe, auf Maria, die Tränen in den Augen hatte, auf Knossi, der ihm aufmunternd zunickte, auf Alex, der konzentriert die Instrumente überwachte. „Wir bringen ihn zurück", sagte Jason. Es war kein Versprechen, es war eine Tatsache. Dann trat er durch das Portal und verschwand.
Paul folgte ihm, ruhig und besonnen wie immer. „Sechs Stunden", sagte er zu Alex. „Halte das Portal offen, egal was passiert." Alex nickte. „Darauf kannst du dich verlassen."
Paluten war der Letzte. Er drehte sich zu Knossi, Monte, Luca und Speed um. „Passt auf euch auf, Jungs. Und wenn ich nicht zurückkomme..." Knossi unterbrach ihn. „Du kommst zurück. Ihr kommt alle zurück. Mit Horst." Paluten lächelte, ein tapferes, entschlossenes Lächeln, und trat durch das Portal.
In der echten Welt blieben die Zurückgebliebenen in angespanntem Schweigen zurück. Das Portal flimmerte und pulsierte, ein Fenster in eine andere Realität, das jeden Moment zusammenbrechen konnte. Die Uhr tickte. Sechs Stunden. Nicht mehr, nicht weniger.
Und in seinem Bunker, vor seinen Bildschirmen, spürte Nick Lustig, wie das Portal geöffnet wurde. Ein Alarm auf seinem Monitor bestätigte, was er bereits ahnte. „Sie kommen", flüsterte er, und ein Lächeln breitete sich auf seinem entstellten Gesicht aus. „Endlich." Er wandte sich an Mr. Beast, der wie immer reglos neben ihm stand. „Geh. Finde sie. Und bring mir ihre Köpfe." Mr. Beast nickte wortlos und verschwand in einem Blitz aus schwarzem Licht.
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