Kapitel 14: Innerer Kampf der Marionetten

Während das Rettungsteam im Unterwasserbunker eindrang, kämpften Jason, Maria, Alex und Paul in ihren Köpfen einen anderen Kampf. Die Gehirnwäsche, der sie in der Parallelwelt ausgesetzt worden waren, hatte Spuren hinterlassen. Obwohl sie entkommen waren, obwohl sie wieder bei Bewusstsein waren, flüsterten die Stimmen noch immer in ihren Köpfen.

Jason hörte Nicks Stimme, die ihm sagte, dass Horst schuld war. Dass alles, was passiert war, Horsts Fehler war. Dass er Horst verraten sollte, ihn Nick ausliefern sollte. Jason schüttelte den Kopf, versuchte die Stimme zu ignorieren, aber sie war hartnäckig, bohrend, unerbittlich.

Maria sah Visionen von Lilith, die ihr sagte, dass sie schwach war, dass sie versagt hatte, dass sie ihre Freunde im Stich gelassen hatte. Maria wusste, dass es nicht wahr war, aber die Zweifel nagten an ihr, fraßen sich in ihr Herz.

Alex kämpfte gegen die Erinnerungen an die Maschine, an die Elektroden, an den Schmerz. Er wusste, dass es vorbei war, dass er frei war, aber sein Körper erinnerte sich, zitterte, schwitzte, schrie innerlich.

Und Paul, eingesperrt in seiner Zelle im Unterwasserbunker, hörte Nicks Lachen, sah sein Gesicht, fühlte seine Präsenz. Die Gehirnwäsche hatte bei ihm noch nicht begonnen, aber die Isolation, die Dunkelheit, die Hoffnungslosigkeit waren ihre eigene Form der Folter.

Doch sie alle kämpften. Sie klammerten sich an die Erinnerungen an ihre Freundschaft, an die guten Zeiten, an die Liebe und das Vertrauen, das sie füreinander empfanden. Und langsam, sehr langsam, begannen die Stimmen zu verblassen, die Visionen zu schwinden, die Schmerzen nachzulassen.

Sie waren nicht gebrochen. Sie waren verwundet, aber nicht besiegt. Und als das Rettungsteam den Bunker betrat, als sie die Zelle öffneten, in der Paul gefangen war, als sie ihn befreiten und in ihre Arme schlossen, wussten sie, dass sie gewonnen hatten. Nicht den Krieg, aber diese Schlacht. Und das war genug. Für jetzt.

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