Horst erwachte in einem dunklen Raum, gefesselt an einen Stuhl. Vor ihm stand Lilith, ihr Gesicht ausdruckslos. „Wo bin ich?", fragte Horst, seine Stimme heiser. „In meinem Reich", antwortete Lilith. „Hier bin ich die Königin. Und du bist mein Gefangener."
Horst blickte sich um, erkannte den Raum. Es war das gleiche Lagerhaus, in dem Lilith zuvor gearbeitet hatte, aber es war verändert, dunkler, kälter. „Was willst du von mir?" Lilith trat näher, ihr Gesicht nur Zentimeter von seinem entfernt. „Ich will, dass du leidest. Ich will, dass du verstehst, wie es sich anfühlt, machtlos zu sein, hilflos, allein."
Horst schüttelte den Kopf. „Du bist nicht so, Lilith. Ich habe gesehen, wer du wirklich bist. Du bist nicht böse. Du bist nur verletzt." Lilith lachte, ein Lachen ohne Freude. „Du kennst mich nicht. Niemand kennt mich. Ich bin, was Nick aus mir gemacht hat. Und ich bin stolz darauf."
Aber in ihren Augen flackerte etwas. Ein Zweifel. Ein Funke von Menschlichkeit. Horst sah es und klammerte sich daran. „Lilith, bitte. Du musst nicht so sein. Du kannst dich ändern. Du kannst auf unsere Seite kommen."
Lilith wandte sich ab, ihre Hände zitterten. „Nein. Ich kann nicht. Nick würde mich töten." Horst sprach sanft. „Wir würden dich beschützen. Wir würden dich retten. Du musst uns nur vertrauen."
Lilith stand still, kämpfte mit sich selbst. Dann hörte sie Schritte. Nick erschien, seine roten Augen fixiert auf Horst. „Gut gemacht, Lilith. Du hast ihn gebracht." Er trat zu Horst, schlug ihm ins Gesicht. „Endlich. Endlich habe ich dich."
Horst spuckte Blut. „Du wirst nicht gewinnen, Nick. Meine Freunde werden kommen. Sie werden mich retten." Nick lachte. „Deine Freunde? Sie sind beschäftigt, gegen meine Klone zu kämpfen. Sie werden dich nicht finden. Nicht rechtzeitig."
Er wandte sich zu Lilith. „Bereite die Hinrichtung vor. Öffentlich. Ich will, dass die ganze Welt zusieht, wie Kaiser Horst stirbt."
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