Kapitel 20: Nicks Zorn

Lilith arbeitete an den Vorbereitungen, aber ihr Herz war nicht dabei. Horsts Worte hallten in ihrem Kopf, bohrten sich in ihr Gewissen. Sie hatte versucht, sie zu ignorieren, hatte versucht, sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren, aber es funktionierte nicht.

Dann erschien Nick wieder, seine Wut war spürbar. „Warum dauert das so lange?", knurrte er. Lilith blickte auf. „Ich... ich brauche mehr Zeit. Die Kameras, die Übertragung, es ist kompliziert." Nick trat näher, sein Gesicht eine Maske des Zorns. „Du lügst. Ich sehe es in deinen Augen. Du zweifelst."

Lilith wich zurück, Angst stieg in ihr auf. „Nein, ich..." Aber Nick unterbrach sie. „Du hast mit Horst gesprochen. Er hat dich manipuliert. Genau wie ich es befürchtet habe." Er hob die Hand, und Schatten strömten aus ihr, umhüllten Lilith, drückten sie zu Boden.

„Du hast mich enttäuscht, Lilith. Und Enttäuschungen müssen bestraft werden." Er schlug sie, wieder und wieder, seine Fäuste trafen ihr Gesicht, ihren Körper, ihre Seele. Lilith schrie, versuchte sich zu wehren, aber sie war zu schwach, zu jung, zu menschlich.

Horst, der in seiner Zelle die Schreie hörte, zerrte an seinen Fesseln, versuchte sich zu befreien. „Lilith! Lass sie in Ruhe, Nick! Sie ist ein Kind!" Aber Nick hörte nicht zu. Er schlug weiter, bis Lilith bewusstlos am Boden lag, ihr Gesicht blutig, ihr Körper gebrochen.

Dann hielt er inne, blickte auf sie herab. „Bring sie ins Krankenhaus. Ich will nicht, dass sie stirbt. Noch nicht. Sie wird noch nützlich sein." Seine Schergen, die Klone, hoben Lilith auf, trugen sie weg.

Nick wandte sich zu Horst. „Siehst du, was du angerichtet hast? Sie hat an dich geglaubt, und das hat sie fast getötet. Das ist die Realität, Horst. Glaube ist Schwäche. Und Schwäche wird bestraft."

Horst starrte ihn an, Tränen liefen über sein Gesicht. „Du bist ein Monster." Nick lächelte. „Ja. Und Monster gewinnen immer."

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