Jason öffnete die Tür zu seiner Wohnung und trat ein. Alles sah normal aus. Seine Couch, sein Fernseher, seine Poster an der Wand. Nichts schien verändert. Aber dann spürte er es. Eine Veränderung in der Luft, ein Kribbeln auf seiner Haut, ein Summen, das er nicht hören, sondern nur fühlen konnte.
Er drehte sich um, wollte zurück zur Tür, aber es war zu spät. Die Tür schloss sich von selbst, und aus dem Boden unter ihm brach ein Licht hervor, rot und pulsierend, wie das Licht der Parallelwelt. Jason versuchte zu schreien, versuchte sich zu bewegen, aber sein Körper gehorchte ihm nicht. Das Licht umhüllte ihn, zog ihn nach unten, durch den Boden, durch die Realität selbst.
Maria und Alex, die gerade die Treppe zu Jasons Wohnung hinaufliefen, hörten einen dumpfen Schlag. Sie rannten schneller, erreichten die Tür, die nun offen stand. Die Wohnung war leer. Kein Jason. Nur ein schwacher Geruch nach Ozon und eine kreisförmige Brandmarke auf dem Boden.
„Nein", flüsterte Maria. „Nein, nein, nein." Alex kniete sich hin, untersuchte die Brandmarke. „Das ist Parallelwelt-Energie. Hochkonzentriert. Jemand hat ein Portal hier geöffnet." Maria zog ihr Handy heraus, rief Paul an. „Jason ist weg. Portal. Parallelwelt. Wir brauchen Verstärkung."
Aber bevor Paul antworten konnte, hörten sie es. Ein Summen, das gleiche Summen, das Jason gehört hatte. Maria und Alex blickten sich an, Entsetzen in ihren Augen. Dann brach das Licht auch unter ihnen hervor.
Sie versuchten zu fliehen, versuchten zur Tür zu rennen, aber das Licht war schneller. Es umhüllte sie, zog sie nach unten, und ihre Schreie hallten durch die leere Wohnung, bevor sie verstummten.
Im Hauptquartier hörte Paul Marias Schrei durch das Telefon, dann nur noch Stille. „Maria? Maria! Alex!" Keine Antwort. Paul sprang auf, sein Gesicht bleich. „Lilith, ich brauche eine Ortung. Jetzt. Jason, Maria und Alex sind verschwunden."
Die falsche Lilith, die am Computer saß, tippte schnell, ihre Finger flogen über die Tastatur. „Ich versuche es, aber die Energiesignatur ist zu stark. Sie überschreibt alle Sensoren. Ich kann sie nicht orten." Paul schlug auf den Tisch. „Verdammt! Wir müssen da hin. Paluten, Knossi, Monte, Luca, Speed, kommt mit mir. Wir holen sie zurück."
Aber als sie Jasons Wohnung erreichten, war sie leer. Keine Spuren, keine Hinweise, nur die Brandmarken auf dem Boden. Drei Kreise, drei verschwundene Freunde. Paul sank auf die Knie, sein Kopf in den Händen. „Wir haben sie verloren. Wir haben sie alle verloren."
Paluten legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Wir finden sie. Wir haben Horst aus der Parallelwelt geholt, wir holen auch sie zurück." Aber Paul schüttelte den Kopf. „Horst hatten wir Wochen Zeit zu finden. Wer weiß, was Nick in dieser Zeit mit ihnen macht?"
Und tief in der Parallelwelt, in einem dunklen Raum, erwachten Jason, Maria und Alex. Sie waren an Stühle gefesselt, Elektroden an ihren Köpfen. Vor ihnen stand eine Maschine, die summte und pulsierte. Und neben der Maschine stand Lilith, die echte Lilith, mit einem kalten Lächeln.
„Willkommen zurück", sagte sie. „Lasst uns beginnen."
---