Kapitel 5: Marias Gefangenschaft

Maria erwachte in einem dunklen Raum, ihr Kopf dröhnte, ihre Handgelenke waren gefesselt. Sie versuchte sich zu bewegen, aber die Fesseln waren zu stark. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit, und sie erkannte, dass sie nicht allein war. Jason und Alex waren neben ihr, ebenfalls gefesselt, aber noch bewusstlos.

„Jason! Alex!" Sie versuchte sie zu wecken, aber ihre Stimme war schwach, ihr Mund trocken. Dann hörte sie Schritte. Eine Tür öffnete sich, und Licht flutete den Raum. Maria kniff die Augen zusammen, und als sie sie wieder öffnete, sah sie Lilith.

„Du", flüsterte Maria, Entsetzen und Verrat in ihrer Stimme. „Du hast uns verraten." Lilith lächelte, aber es war ein kaltes, leeres Lächeln. „Ich habe euch nie verraten, Maria. Ich war nie auf eurer Seite. Ihr habt nur gesehen, was ihr sehen wolltet. Ein verlorenes Mädchen, das Hilfe brauchte. Aber ich brauche keine Hilfe. Ich bin genau da, wo ich sein will."

Maria schüttelte den Kopf. „Das ist nicht wahr. Ich habe gesehen, wie du dich verändert hast. Wie du angefangen hast, uns zu vertrauen. Das war echt." Lilith trat näher, ihr Gesicht nur Zentimeter von Marias entfernt. „Vielleicht war es das. Vielleicht gab es einen Moment, in dem ich gezweifelt habe. Aber dieser Moment ist vorbei. Nick hat mir gezeigt, wer ich wirklich bin. Und ich bin nicht die Gute in dieser Geschichte."

Sie wandte sich ab, ging zu einer Konsole an der Wand. „Die Gehirnwäsche beginnt in einer Stunde. Bis dahin könnt ihr euch ausruhen. Oder beten. Was auch immer euch hilft." Maria versuchte sich loszureißen, versuchte zu schreien, aber Lilith ignorierte sie. Sie verließ den Raum, und die Tür schloss sich mit einem metallischen Klang.

Maria sank zurück, Tränen liefen über ihr Gesicht. Sie hatte versagt. Sie hatte Lilith vertraut, und nun würden sie alle dafür bezahlen. Aber dann spürte sie etwas. Eine Bewegung neben ihr. Alex erwachte.

„Maria?", murmelte er, seine Stimme schwach. „Wo sind wir?" Maria schluckte ihre Tränen hinunter. „In der Parallelwelt. Lilith hat uns verraten. Sie werden uns einer Gehirnwäsche unterziehen." Alex versuchte sich zu bewegen, aber die Fesseln hielten. „Wir müssen hier raus. Wir müssen..."

„Ich weiß", unterbrach Maria ihn. „Aber wie? Wir sind gefesselt, bewacht, und selbst wenn wir entkommen, wie kommen wir zurück in unsere Welt?" Alex dachte nach, sein Verstand arbeitete trotz der Schmerzen. „Lilith hat eine Konsole benutzt. Wenn wir an die Konsole kommen, können wir vielleicht ein Portal öffnen."

Maria nickte. „Aber zuerst müssen wir diese Fesseln loswerden." Sie blickte sich um, suchte nach etwas, das sie nutzen konnten. Dann sah sie es. Eine scharfe Kante an der Wand, ein Stück Metall, das aus dem Beton ragte. „Dort. Wenn ich mich hinbewegen kann, kann ich die Fesseln durchschneiden."

Es war ein verzweifelter Plan, aber es war der einzige, den sie hatten. Maria begann sich zur Wand zu bewegen, Zentimeter für Zentimeter, ihre Handgelenke schmerzten, aber sie gab nicht auf. Und in diesem Moment, in diesem Raum der Dunkelheit, begann ein Funke der Hoffnung zu glimmen.

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