Alex beobachtete, wie Maria sich mühsam zur Wand bewegte. Er wollte helfen, aber seine Fesseln waren noch enger als ihre. Alles, was er tun konnte, war zu warten und zu hoffen. Dann erwachte Jason.
„Was... was ist passiert?", stammelte Jason, sein Kopf drehte sich. Alex flüsterte: „Leise. Wir sind in der Parallelwelt. Lilith hat uns verraten. Maria versucht, sich zu befreien." Jason versuchte klar zu denken, aber sein Kopf fühlte sich an, als wäre er mit Watte gefüllt. „Lilith? Aber sie... sie war auf unserer Seite."
„War sie nicht", sagte Alex bitter. „Es war alles eine Täuschung. Nick hat sie die ganze Zeit kontrolliert." Jason ballte die Fäuste, Wut stieg in ihm auf. „Wenn ich hier rauskomme, werde ich..." Aber er sprach den Satz nicht zu Ende. Was konnte er schon tun? Sie waren gefangen, hilflos, dem Feind ausgeliefert.
Maria erreichte die Wand, begann ihre Fesseln gegen die scharfe Kante zu reiben. Es war schmerzhaft, und sie spürte, wie Blut über ihre Handgelenke lief, aber sie machte weiter. Nach dem, was sich wie eine Ewigkeit anfühlte, gab die Fessel nach. Ihre Hände waren frei.
Sie arbeitete schnell, befreite ihre Füße, dann eilte sie zu Alex und Jason, löste ihre Fesseln. „Wir müssen schnell sein", flüsterte sie. „Lilith kommt in einer Stunde zurück. Bis dahin müssen wir weg sein." Alex nickte, rieb sich die Handgelenke. „Die Konsole. Wir brauchen die Konsole."
Sie schlichen zur Tür, versuchten sie zu öffnen, aber sie war verschlossen. Jason untersuchte das Schloss. „Elektronisch. Wir brauchen einen Code oder eine Karte." Alex blickte sich um. „Oder wir brechen sie auf." Aber die Tür war massiv, aus Metall. Sie würden sie nicht aufbrechen können, nicht ohne Werkzeug.
Dann hörten sie Schritte. Jemand näherte sich. Die drei erstarrten, drückten sich gegen die Wand. Die Tür öffnete sich, und eine Gestalt trat ein. Es war nicht Lilith. Es war ein Mann, groß, muskulös, mit kalten Augen. Dominik, Nicks neuer Söldner.
„Was zum...?", begann Dominik, aber Jason reagierte instinktiv. Er stürzte sich auf den Mann, schlug ihm die Faust ins Gesicht. Dominik taumelte zurück, überrascht, aber nicht besiegt. Er war ein Profi, trainiert, gefährlich. Er schlug zurück, traf Jason am Kinn, und Jason fiel zu Boden.
Maria und Alex griffen ein, versuchten Dominik zu überwältigen, aber er war zu stark. Er warf Maria gegen die Wand, trat Alex in den Magen. Dann zog er eine Waffe. „Genug", knurrte er. „Zurück in eure Fesseln, oder ich schieße."
Aber Jason, der am Boden lag, hatte etwas gesehen. Eine Schlüsselkarte an Dominiks Gürtel. Er wartete auf den richtigen Moment, dann sprang er auf, riss die Karte vom Gürtel und rannte zur Tür. Dominik feuerte, aber Jason war schneller. Er schlitterte durch die Tür, die Kugel verfehlte ihn knapp.
„Lauft!", schrie Jason zu Maria und Alex. Sie zögerten nicht, folgten ihm durch die Tür, während Dominik ihnen nachlief. Sie rannten durch dunkle Korridore, vorbei an Maschinen und Käfigen, in denen andere Gefangene saßen, Überlebende aus der Parallelwelt, die Nick für seine Experimente nutzte.
„Wir müssen ihnen helfen!", rief Maria, aber Alex schüttelte den Kopf. „Wir können nicht. Nicht jetzt. Wir müssen zuerst entkommen, dann kommen wir mit Verstärkung zurück." Es brach Maria das Herz, aber sie wusste, dass er recht hatte.
Sie erreichten einen größeren Raum, in dessen Mitte die Konsole stand, die Lilith benutzt hatte. Alex stürzte sich darauf, seine Finger flogen über die Tasten. „Ich versuche ein Portal zu öffnen. Haltet Dominik auf!" Jason und Maria stellten sich zwischen die Konsole und die Tür, bereit zu kämpfen.
Dominik erschien, seine Waffe gezogen. „Ihr kommt hier nicht lebend raus", sagte er kalt. Aber bevor er schießen konnte, explodierte die Konsole in einem Lichtblitz. Alex hatte es geschafft. Ein Portal öffnete sich, ein Riss in der Realität, der zurück in ihre Welt führte.
„Springt!", schrie Alex. Maria und Jason zögerten nicht, sprangen durch das Portal. Alex folgte ihnen, und gerade als Dominik feuerte, schloss sich das Portal. Die Kugel traf nur Luft.
Sie landeten hart auf dem Boden von Jasons Wohnung, keuchend, blutend, aber lebendig. Sie hatten es geschafft. Sie waren entkommen. Aber als sie aufblickten, sahen sie, dass sie nicht allein waren. Paul war nicht im Hauptquartier. Er war verschwunden. Und die falsche Lilith saß noch immer an den Computern, lächelnd, wartend.
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