Kapitel 7: Richter Hold ermittelt

Bevor Richter Alexander Hold starb, hatte er Wochen damit verbracht, Nicks Fall zu untersuchen. Er war ein Mann des Gesetzes, ein Mann der Wahrheit, und er glaubte daran, dass jeder Verbrecher zur Rechenschaft gezogen werden konnte, egal wie mächtig oder gefährlich er war.

Er hatte Zeugenaussagen gesammelt, Beweise gesichert, Verbindungen zwischen Nick und den verschiedenen Verbrechen hergestellt. Er hatte mit den Opfern gesprochen, mit Horst, mit den Freunden, mit den Überlebenden der Parallelwelt. Und je tiefer er grub, desto klarer wurde ihm, dass Nick Lustig kein gewöhnlicher Verbrecher war.

Nick war ein Meister der Manipulation, ein Genie der Täuschung, und er hatte Verbindungen, die weit über die normale Welt hinausgingen. Richter Hold hatte Hinweise auf die Parallelwelt gefunden, auf Technologien, die nicht existieren sollten, auf Energien, die die Gesetze der Physik brachen.

Er wusste, dass viele seiner Kollegen ihn für verrückt halten würden, wenn er seine Erkenntnisse veröffentlichte. Aber er war entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Er hatte einen Bericht verfasst, detailliert und umfassend, der Nick Lustig als das entlarvte, was er war: eine Bedrohung für die gesamte Menschheit.

An seinem letzten Abend, bevor er starb, hatte Richter Hold den Bericht in einem verschlüsselten Ordner auf seinem Computer gespeichert und eine Kopie an einen vertrauenswürdigen Kollegen geschickt. Er wusste, dass er in Gefahr war. Er hatte Drohungen erhalten, anonyme Anrufe, Schatten, die ihm folgten. Aber er hatte keine Angst. Er glaubte an die Gerechtigkeit.

Dann, in der Nacht, war Nick gekommen. Nicht physisch, sondern durch die Parallelwelt. Ein Portal hatte sich in Richter Holds Büro geöffnet, und aus ihm war die Dunkelheit geströmt, hatte den Raum erfüllt, hatte den Richter umhüllt. Richter Hold hatte versucht zu schreien, versucht zu fliehen, aber die Dunkelheit war überall, in seinen Lungen, in seinem Kopf, in seinem Herzen.

Und dann hatte er Nick gesehen, oder das, was Nick geworden war. Eine Gestalt aus Schatten und rotem Licht, mit Augen, die in die Seele blickten. „Du hättest aufhören sollen", hatte Nick gesagt, seine Stimme ein Flüstern, das wie ein Schrei klang. „Du hättest die Wahrheit begraben sollen. Aber du wolltest ein Held sein. Und Helden sterben."

Richter Hold hatte versucht zu antworten, versucht zu kämpfen, aber die Dunkelheit hatte ihn erstickt. Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen, sein Atem hatte aufgehört zu fließen, und er war gestorben, allein in seinem Büro, ein Märtyrer der Wahrheit.

Aber sein Tod war nicht umsonst. Der Bericht, den er geschickt hatte, erreichte seinen Kollegen, einen jungen Staatsanwalt namens Markus Weber. Markus las den Bericht, und obwohl er kaum glauben konnte, was er las, wusste er, dass er handeln musste. Er kontaktierte die Polizei, die Medien, und er kontaktierte Kaiser Horst.

Und so, obwohl Richter Hold tot war, lebte seine Arbeit weiter. Die Wahrheit über Nick Lustig begann sich zu verbreiten, und die Welt begann zu verstehen, mit welcher Bedrohung sie konfrontiert war.

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