Kapitel 10: Der Unterwasserbunker

Während Horst zum Hauptquartier fuhr, arbeitete Nick an seinem nächsten Schritt. Paul, der in der Fabrik gefangen genommen worden war, war nun in einem speziellen Gefängnis eingesperrt. Einem Unterwasserbunker, tief unter dem Meer, unerreichbar für normale Menschen.

Der Bunker war ein Relikt aus dem Kalten Krieg, gebaut, um im Falle eines Atomkriegs Schutz zu bieten. Aber er war seit Jahrzehnten verlassen, vergessen von der Welt. Bis Nick ihn gefunden und für seine Zwecke umgebaut hatte.

Paul erwachte in einer kleinen Zelle, die Wände aus dickem Stahl, das einzige Licht kam von einer schwachen Glühbirne an der Decke. Er versuchte sich zu bewegen, aber seine Hände waren gefesselt. Sein Kopf schmerzte, und er erinnerte sich nur verschwommen an das, was passiert war. Das Gas, Nick, die Dunkelheit.

Er hörte Schritte, und die Tür zu seiner Zelle öffnete sich. Nick trat ein, begleitet von Dominik. „Guten Morgen, Paul", sagte Nick mit einem Lächeln. „Ich hoffe, du hast gut geschlafen." Paul starrte ihn an, Hass in seinen Augen. „Was willst du von mir?"

Nick setzte sich auf einen Stuhl, entspannt, als wäre er zu Besuch bei einem alten Freund. „Ich will, dass du leidest. Ich will, dass du zusehen musst, wie deine Freunde einer nach dem anderen fallen. Und dann, wenn du am Boden zerstört bist, werde ich dich gehen lassen. Damit du Horst erzählen kannst, dass alles seine Schuld war."

Paul schüttelte den Kopf. „Du bist wahnsinnig. Horst hat dir nichts getan. Du hast ihn verraten, nicht umgekehrt." Nick lachte, ein Lachen ohne Freude. „Horst hat mir alles genommen. Meinen Ruf, meine Karriere, meine Zukunft. Und jetzt nehme ich ihm alles. Seine Freunde, seine Familie, sein Leben."

Paul versuchte ruhig zu bleiben, versuchte nachzudenken. „Wo bin ich?" Nick stand auf. „Irgendwo, wo niemand dich finden wird. Ein Unterwasserbunker, drei Kilometer unter dem Meeresspiegel. Selbst wenn deine Freunde wüssten, wo du bist, könnten sie dich nicht erreichen."

Dominik, der bisher geschwiegen hatte, fügte hinzu: „Und selbst wenn sie es versuchen würden, würden sie ertrinken. Der Bunker ist nur durch einen speziellen Unterwassertunnel erreichbar, und der ist mit Fallen gespickt." Nick nickte. „Du bist hier sicher, Paul. Sicher vor Rettung."

Er wandte sich zur Tür, dann hielt er inne. „Ach, übrigens. Horst ist auf dem Weg zum Hauptquartier. Ich denke, es ist Zeit, dass ich ihm einen Besuch abstatte. Vielleicht bringe ich ihm ein Geschenk mit. Deinen Kopf, zum Beispiel." Paul versuchte sich loszureißen, versuchte zu schreien, aber Nick und Dominik verließen die Zelle, und die Tür schloss sich mit einem endgültigen Klang.

Paul sank zurück, Verzweiflung überkam ihn. Er war gefangen, hilflos, und seine Freunde wussten nicht einmal, wo er war. Aber er gab nicht auf. Er war Paul, der Stratege, der Planer. Und er würde einen Weg finden, zu entkommen. Er musste.

---