Kapitel 15: Das Ultimatum nimmt Form an

Drei Wochen nach dem ersten Treffen in dem Lagerhaus hatte Nicks Plan konkrete Konturen angenommen.

Das Ultimatum war mehrstufig. Zuerst würde Isabella die Helden ausspionieren und alle ihre Pläne und Schwachstellen offenlegen. Dann würde Jessy öffentlich gegen Horst aussagen, eine sorgfältig konstruierte Geschichte über Ausbeutung und Manipulation. Tobias würde Alex' Vertrauen erschüttern, indem er Informationen über ihn veröffentlichte, die nur ein Cousin wissen konnte. Und dann, wenn die Helden geschwächt und isoliert waren, würde Nick seinen letzten Schachzug machen.

Die Polizei. Nicht die echte Polizei, sondern die, die er in seiner Tasche hatte. Beamte, die er über Jahre hinweg korrumpiert hatte, die ihm Gefallen schuldeten, die bereit waren, falsche Beweise zu akzeptieren und echte Beweise zu ignorieren.

Die Helden würden verhaftet. Öffentlich, demütigend, vor den Augen der Welt. Und diesmal würde es keine Rettung geben.

Nick betrachtete den Plan und nickte. Es war gut. Es war sehr gut.

„Rüdiger", sagte er, „du hast dich selbst übertroffen."

Rüdiger Gamm lächelte bescheiden. „Die Mathematik war nicht besonders schwierig."

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