Kapitel 45: Sandra wechselt die Seiten

Sandra ließ Tobias' Hand los.

Sie hatte den Kampf beobachtet. Hatte gesehen, wie die Helden kämpften, nicht für Ruhm, nicht für Geld, sondern füreinander. Hatte gesehen, wie Jason trotz seines verletzten Arms nicht aufgab. Wie Maria Leon schützte. Wie Horst Nick direkt in die Augen schaute und fragte: *Was hat dich so gemacht?*

Das war kein Feind. Das war ein Mensch.

Sie trat einen Schritt nach vorne. Weg von Nicks Leuten, hin zu den Helden.

Tobias sah es sofort. „Sandra? Was tust du?"

„Ich kann das nicht mehr", sagte sie ruhig. „Ich habe mitgemacht, weil ich dachte, du weißt was du tust. Aber das hier..." Sie sah sich in der Halle um. „Das ist nicht richtig."

„Sandra, bitte."

„Komm mit mir", sagte sie. „Bitte. Wir können noch aufhören."

Tobias sah sie an. Dann sah er zu Nick. Dann wieder zu Sandra. Und er blieb stehen. Er blieb bei Nick.

„Dann geh", sagte er. Seine Stimme klang hart, aber seine Augen sagten etwas anderes.

Sandra nickte. Sie ging zu den Helden. Niemand hielt sie auf. Leon sah sie kommen und trat einen Schritt zur Seite, um ihr Platz zu machen.

Nick beobachtete es von der Plattform. Sein Gesicht blieb kalt. Aber seine Faust ballte sich.

„Tobias", sagte er scharf. „Konzentrier dich."

Tobias riss den Blick von Sandra los. „Ja", sagte er. Aber seine Stimme klang hohl.

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