Kapitel 46: Jessy bleibt bei Nick

Jessy stand am Rand der Halle und beobachtete, wie Sandra zu den Helden übergewechselt war.

Sie spürte nichts dabei. Keine Reue, keinen Zweifel. Nur Verachtung.

Schwach, dachte sie. Sandra war schwach. Tobias war schwach, weil er Sandra nicht aufgehalten hatte.

Sie dachte an Pauls Nachricht: *Kein Stress. Ich hoffe, es geht dir gut.* Sie hatte die Nachricht gelesen und gelacht. Ein billiger Trick. Paul versuchte, sie weichzumachen. Das war alles.

Sie dachte an das Geld, das sie Horst schuldete. Das war der Grund, warum sie hier war. Nicht wegen Nick, nicht wegen irgendeiner Ideologie. Wegen Geld. Wegen dem Gefühl, dass Horst ihr etwas schuldete, und dass sie sich das jetzt holte.

Sie sah die Helden kämpfen und dachte: Ihr werdet verlieren. Vielleicht nicht heute. Aber irgendwann.

Sie trat zu einem der verbliebenen Söldner und half ihm, einen Helden zurückzudrängen. Sie war kein Kämpfer, aber sie konnte ablenken, stören, Chaos verursachen.

Das war ihr Beitrag. Und sie war damit zufrieden.

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