Kapitel 6: Suarez' Geheimnis

Suarez hatte ein Geheimnis. Es war kein großes, dramatisches Geheimnis, aber es war seines, und er hütete es mit der Sorgfalt eines Mannes, der weiß, dass manche Dinge besser unausgesprochen bleiben.

Er war in Horsts Haus aufgewacht, wie jeden Morgen, hatte sich gedehnt und war nach unten gegangen. Aber statt in die Küche zu gehen, war er in den kleinen Raum neben der Treppe gegangen, der als Abstellkammer benutzt wurde, und hatte die Tür hinter sich geschlossen.

Dann hatte er sein Handy herausgenommen und eine Nummer gewählt.

„Hola", sagte er leise. „Sí, todo bien. No, nadie sabe nada."

Er sprach noch ein paar Minuten auf Spanisch, dann legte er auf und steckte das Handy weg. Er öffnete die Tür der Abstellkammer und trat in den Flur, wo er fast mit Neymar zusammenstieß.

„Was machst du da?", fragte Neymar.

„Ich habe nach einer Taschenlampe gesucht", sagte Suarez ohne eine Sekunde zu zögern.

Neymar sah ihn einen Moment lang an. Dann zuckte er die Schultern und ging weiter. Suarez atmete aus.

Das Geheimnis war nicht böse. Es war nicht gefährlich. Es war nur... kompliziert. Und er würde es erklären, wenn die Zeit gekommen war. Aber noch nicht. Noch nicht heute.

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