Staffel 7: Das Finale· Kapitel 4 von 42

Kapitel 4: Alex' dunkle Gedanken

Alex saß in seinem Zimmer und starrte auf den Bildschirm seines Laptops. Er hatte seit Stunden nicht geschlafen. Die Nachrichten über Tobias hatten ihn nicht losgelassen.

Sein Cousin. Sein Blut. Auf der Seite des Feindes.

Alex verstand Tobias nicht. Er hatte nie verstanden, warum Tobias ihn hasste. Er hatte nie etwas getan, um Tobias zu verletzen. Er hatte nur gelebt, hatte Freunde gefunden, hatte Erfolg gehabt. War das eine Sünde?

Aber in den letzten Wochen hatte sich etwas in Alex verändert. Die Frage hatte sich verschoben. Er fragte sich nicht mehr, warum Tobias ihn hasste. Er fragte sich, ob Tobias Recht hatte.

Vielleicht war er wirklich der Grund. Vielleicht hatte er, ohne es zu wissen, Menschen verletzt. Vielleicht war er so sehr damit beschäftigt gewesen, ein guter Freund für Horst zu sein, dass er vergessen hatte, ein guter Cousin für Tobias zu sein. Vielleicht waren die Freunde, die er gefunden hatte, nicht wirklich seine Freunde. Vielleicht waren sie nur da, weil er nützlich war.

Die Gedanken kamen nachts, wenn es still war. Sie kamen leise, fast freundlich, und flüsterten Dinge, die er nicht hören wollte.

*Du bist eine Last.* *Sie würden besser ohne dich.* *Tobias hat Recht.*

Alex schloss den Laptop. Er stand auf, ging zum Fenster, schaute hinaus in die Nacht. Die Stadt schlief. Irgendwo da draußen schliefen seine Freunde. Irgendwo da draußen schlief Horst.

Er fragte sich, ob sie ihn vermissen würden.

Er fragte sich, ob das eine Frage war, die er beantworten wollte.

Er zog die Vorhänge zu und ging zurück zu seinem Bett. Er schlief nicht. Er lag einfach da und wartete, dass die Gedanken aufhörten.

Sie hörten nicht auf.

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