Auf der anderen Seite der Stadt wussten die Helden noch nichts.
Horst saß auf der Terrasse seines neuen Hauses — er hatte nach der Zerstörung in Staffel 5 ein neues gefunden — und trank Kaffee. Saskia saß neben ihm, las ein Buch, ließ ab und zu eine Hand auf seinen Arm gleiten. Es war ein ruhiger Morgen. Ein normaler Morgen.
Seit dem Ende von Staffel 6 war es still gewesen. Nick war auf der Flucht, seine Verbündeten waren verhaftet oder verstreut. Die Helden hatten sich erholt, hatten Wunden geleckt, hatten versucht, zu einem normalen Leben zurückzufinden.
Knossi hatte eine neue Kochshow gestartet, die überraschend erfolgreich war, obwohl er noch immer nicht kochen konnte. Paluten hatte ein neues Video hochgeladen, das viral gegangen war. Mr. Beast hatte eine globale Spendeninitiative gestartet. Ronaldo und Haaland hatten ihre Fußballkarrieren wieder aufgenommen. Messi hatte ein Interview gegeben, in dem er über seine Erfahrungen mit der Gruppe gesprochen hatte, ohne zu viele Details zu verraten.
Und Alex?
Alex war still geworden.
Horst hatte es bemerkt. Maria hatte es bemerkt. Aber wenn sie ihn fragten, sagte Alex, es sei alles in Ordnung. Und sie glaubten ihm, weil sie glauben wollten.
„Hast du Alex heute gesehen?", fragte Saskia, ohne von ihrem Buch aufzuschauen.
„Nein", sagte Horst. „Er hat sich nicht gemeldet."
„Vielleicht solltest du ihn anrufen."
Horst nickte. Er nahm sein Handy und tippte Alex' Nummer ein. Es klingelte. Einmal. Zweimal. Dreimal. Dann die Mailbox.
„Alex, ich bin's. Ruf mich zurück, wenn du Zeit hast. Wir vermissen dich."
Er legte das Handy hin und schaute in den Himmel. Es war ein schöner Tag. Zu schön, fast. Als wäre die Welt zu ruhig, als wäre die Stille ein Versprechen, das nicht gehalten werden würde.
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